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Neujahr. Die Konfettikrümel liegen im Kehrblech, die Champagnergläser sind gespült, die letzte Wunderkerze verglimmt im Innenhof. Party Season is over.

Der Dezember ist glanzvoll und fröhlich, aber nach Silvester stehen noch zwei Wintermonate ins Haus. Was macht man mit diesen knapp 80 Tagen, die zäh wie Kaugummi sind und bereits den Anfang des Jahres zu einer Geduldsprobe für die guten Vorsätze werden lassen?

Tipp #1

Social Lunch

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Wenn ich abends nach Hause komme, möchte ich meistens nur noch drei Dinge: Eine leckere Mahlzeit essen, eine warme Dusche nehmen und eine Episode einer unrealistischen Krankenhausserie schauen. Spätestens ab 19:30 Uhr zelebriere ich ein Eremitendasein. Es ist kalt, es ist dunkel – was möchte ich draußen in der weiten Welt?

Damit mein Sozialleben nicht im tiefsten Winterschlaf versinkt, betreibe ich in den Wintermonaten den Social Lunch. Zwei Mal in der Woche verabrede ich mich mit Freunden, Kollegen, Geschäftskontakten oder Dates – zum Mittagessen. Mittags bin ich wach, neugierig, redselig und hungrig – die perfekten Vorrausetzungen für einen guten Termin. Ich freue mich, mit Menschen Zeit zu verbringen und kann den Abend friedlich und gemütlich zu Hause verbringen.

Tipp #2

Pamper Yourself

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Mein Badezimmer ist klein und angenehm überheizt. Wenn ich die vier Kerzen (ich war im Advent nicht häufig zu Hause) auf der Fensterbank anzünde, ist das Deckenlicht überflüssig. Auf meinem Badewannenrand lackiere ich mir gerne die Nägel, trage Masken auf und gucke nebenbei Vice Dokumenationen über die Entstehungsgeschichte von 90er Jahre Trance Hits.

Das trifft sich gut – denn in den tristen Wintermonaten braucht der Körper mehr Pflege. Dieser Aufgabe kann ich mich ohne schlechtes Gewissen widmen. Draußen ist es ohnehin unwirtlich und noch ziemlich schnell wieder dunkel. Es gibt keine Grillpartys oder Ausflüge ans Meer, die ich verpassen könnte.

Wer mal ein Pflegeritual ausprobieren möchte, dem kann ich drei Produkte wärmstens ans Herz legen: Diese pflegende Gesichtsmaske, nach der man strahlt wie ein Honigkuchenpferd, diese Intensiv-Spülung, die meiner Meinung nach jeden ihrer vielen Cents wert ist und diesen Body Scrub, der selbst im Februar noch einen Hauch Urlaubsgefühl hinaufbeschwört.

Tipp #3

Soul Food

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Letzten Samstag stand ich in der Küche und bereite Béchamelsauce zu. Es entstanden kleine Klümpchen – ich ärgerte mich nicht, sondern goss die Sauce durch ein feines Sieb. Mein Sommermodus? – Ich würde den Kopf schütteln über so eine Zeitverschwendung! – Mein Wintermodus? – Ich möchte eine perfekte Lasagne machen! Also nahm ich mir die Zeit dazu, denn davon gibt es im Winter mehr als genug.

Der Sommer ist freundlich aber fordernd. Es gibt mindestens 100 Gelegenheiten vor die Tür zu gehen, etwas zu erleben. Die Tage erscheinen unendlich lang und voller Möglichkeiten. Dann kommt der Winter und zieht die Handbremse. Wir tuckern ruhig und gemütlich wir im ersten Gang Richtung Frühling.

Ich koche jetzt am Wochenende Gerichte wie Lasagne, Eintöpfe und Moussaka. Alles, was herzhaft ist und von innen wärmt. Selbst wenn mir das Rezept aufwändig erscheint oder lange dauert, schrecke ich nicht davor zurück es zuzubereiten. Es ist Winter und da macht es auch nichts, wenn die Béchamelsauce klumpt.

Tipp #4

Snooze Button

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Die Frau von heute hat eine „Morning Routine“ – die Frau von Welt hat eine saisonal adaptierte „Morning Routine“. Geh mir weg mit Zitronenwasser – ich möchte morgens einen Kaffee. Yoga mache ich mittlerweile abends – ich schlafe lieber eine Stunde länger. Ich verzichte auf kalte Duschen – das Lavendel-Duschöl belebt auch meine Sinne.

Im Winter bin ich ein langsamer Mensch. Böse Zungen würden von Phlegma sprechen. Doch wenn ich mich morgens eine Stunde später aus meiner warmen Bettdecke schäle, dann kann ich bösen Zungen nur achselzuckend mit den Worten: „Sorry, das Melatonin macht’s“, entgegentreten.

Wenn der Körper und die Seele nach einem Leben in Slow Motion verlangen, lehne ich mich nicht dagegen auf. Stattdessen beuge ich mich dem Wunsch und nutze die kurzen Tage um mich in Ruhe und Achtsamkeit zu üben.

Tipp #5

The Final Countdown

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Am Dienstag, den 20. März 2018, ist Frühlingsanfang. An den grauesten Tagen, an denen der Schneematsch den Weg zur Arbeit erschwert und Sonnenlicht nur noch als eine ferne Erinnerung scheint, lohnt es sich, dieses Datum im Hinterkopf zu behalten.

In der Zwischenzeit lässt sich die Zeit mit Ruhe und Reflektion überbrücken. Gibt es noch ein Projekt, das du im Winter abschließen wolltest? Gibt es einen VHS Kurs, den du belegen wolltest? Gibt es noch eine Serie, die du jetzt stundenlang ohne schlechtes Gewissen gucken möchtest? Der Frühling kommt früh genug und dann möchte ich nicht die Person sein, die vergessen hat, ihren Kleiderschrank auszumisten.

Mitte März ist fast in Sicht. Bis dahin heißt es noch ein bisschen durchhalten – aber das bedeutet ja nicht, dass man sich die Zeit bis dahin nicht so schön wie möglich gestalten kann. Also genießt die letzten kürzeren Tage und freut euch über jede Minute, die es länger hell bleibt.

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Diskussion

2 Kommentare zu “5 Tipps um die tristen Wintermonate zu überstehen”
  1. Ich bin ein absoluter Sommer,- oder zumindest Frühlingsmensch. Dieses dunkle, graue Wetter… es wird kaum richtig hell draußen. Ich finde das furchtbar. Zum Glück ist bald der 1. März, dann ist für mich gefühlt wieder alles positiver.

  2. AD sagt:

    …wieder einmal ganz toll geschrieben <3
    Du machst das schon genau richtig so, finde ich. Stress mich manchmal damit, dass ich Feierabend-Gammler und Nicht-Sportler bin – aber die Motivation kommt eben mit dem Frühling zurück.
    Momentan ist es schon viel wert, dass es noch hell ist, wenn ich heimkomme ;-)

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