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„Buy less, choose well, make it last.“ – Vivienne Westwood

Dieses Zitat der bekannten Modeschöpferin Vivienne Westwood ist die wohl kürzeste Anleitung zu mehr Nachhaltigkeit im Kleiderschrank. Wer bewusst umstellen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich dabei um einen Prozess handelt. Alles wegwerfen und von Fair Fashion Labels neu kaufen, ist sicher keine sinnvolle Lösung. Wie bei vielen Dingen im Leben, ist auch hier der Weg das Ziel und dieser beginnt mit dem Willen etwas zu ändern. Ich habe sieben Tipps für euch, die langfristig für mehr Nachhaltigkeit in eurer Garderobe sorgen.

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1. Einen Überblick verschaffen

Ein prall gefüllter Schrank und dennoch nichts zum Anziehen? Das kennt wohl jeder von uns. Drölftzighundert Teile, aber was davon trägt man wirklich regelmäßig – oder wenigstens ab und zu? Als ich begann mein Konsumverhalten in Bezug auf Kleidung zu ändern, habe ich mir zuerst einmal einen Überblick über meinen Besitz verschafft und meinen Kleiderschrank umorganisiert. Mir ist damals aufgefallen, dass ich viele tolle Teile habe, die allerdings in der letzten Ecke verschwunden waren. Und wie es so oft ist: aus den Augen, aus dem Sinn. Aus scheinbarer Ermangelung, kauft man einfach etwas Neues, obwohl es oft nicht notwendig ist. Nehmt euch also hin und wieder Zeit, um euch über euren Besitz bewusst zu werden und schaut den Kleiderschrank durch. Legt die Sachen nach vorn, die ihr lang nicht getragen habt. Ihr werdet feststellen, dass ihr viel mehr Auswahl habt, als ihr denkt und dementsprechend weniger neu kaufen. Praktisch ist auch eine Kleiderstange. So werden alle Sachen gleichzeitig präsentiert und man verliert nicht so schnell den Überblick.

2. Regelmäßig Aussortieren

Für die Produktion jedes einzelnen Kleidungsstücks werden Ressourcen verbraucht. Schade, wenn dann ein oder mehrere Teile selten oder gar nicht getragen werden, weil sie vielleicht nicht mehr dem eigenen Stil entsprechen. Zudem hat sicher jeder von uns den ein oder anderen Fehlkauf – vielleicht sogar bereits seit Jahren – im Kleiderschrank liegen, der dort keinen Zweck erfüllt. Doch ein Kleidungsstück, das dir lediglich einen skeptischen Blick entlockt, kann für jemand anderen das neue Lieblingsteil werden. Beim Durchsehen und Umsortieren des Kleiderschranks kann also auch gleich aussortiert werden. Gebt die Sachen frei, denn sie sind viel zu schade, um ungenutzt zu bleiben.

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3. Second Hand kaufen und verkaufen

Nichts ist nachhaltiger als Bekleidung aus zweiter Hand zu kaufen, da hierfür keine neuen Ressourcen verbraucht werden. Wenn ihr also euren Schrank neu geordnet und zugleich aussortiert habt, dann macht eine Kleidertausch-Party mit Freunden, verkauft die Sachen auf dem Flohmarkt, bei Kleiderkreisel oder bringt sie in einen Second Hand Shop. Vielleicht findet ihr dort sogar gleich selbst noch „neue“ Teile.

4. Impulskäufe vermeiden

Fehlkäufe sind häufig das Ergebnis von Impulskäufen – zumeist verbunden mit Sale- oder Rabattaktionen, was dazu führt, dass die Kleidung dann auch nicht zurückgegeben werden kann. Um solche typischen Fehlkäufe zu vermeiden, stelle ich mir vor jedem Kauf drei Fragen. 1. Passt mir das Teil wirklich gut bzw. sitzt es perfekt? 2. Steht es mir und ist mit dem Rest meiner Garderobe gut kombinierbar? 3. Will ich es tatsächlich unbedingt haben? Beantworte ich nur eine dieser drei Fragen mit nein, kaufe ich es nicht. Selbst, wenn es gerade im Sale und sehr günstig ist. Denn, Hand aufs Herz, wenn man beim Tragen ständig den Bauch einziehen muss oder die aktuelle Trendfarbe eigentlich gar nicht zum Hautton passt, dann wird die Neuerrungenschaft auch nicht getragen – egal wie preiswert sie war. Solltet ihr euch bei der Kaufentscheidung – trotz der drei Fragen – noch immer unschlüssig sein, dann lasst das Teil zurücklegen und schlaft eine Nacht darüber. Glaubt mir, in 90% der Fälle werdet ihr am nächsten Tag nicht einmal mehr daran denken. Der deutlichste Beweis dafür, dass es gut war das Stück nicht direkt zu kaufen.

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5. In zeitlose Qualität investieren

Kleidung verkommt immer mehr zum Wegwerfartikel. Das neue Fünf Euro Shirt ist nach der ersten Wäsche bereits verzogen oder eingegangen und Nähte lösen sich vorschnell. Keine Seltenheit, dass bei solchen Billigpreisen einfach alsbald ein neues Shirt gekauft wird. Nachhaltiger ist es natürlich in Qualität zu investieren. Es lohnt sich etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen – gerade bei Klassikern und Basics. Weniger kaufen – länger tragen. In Relation betrachtet, muss man so schließlich auch nicht mehr Geld ausgeben.

6. Kleidung richtig pflegen

Neben der Qualität ist auch die richtige Pflege entscheidend für ein langes Produktleben. Haltet euch an die Waschanleitung und wascht ggf. mit Hand. Falls doch mal etwas kaputt geht, dann repariert eure Kleidung. Einen Knopf kann sicher jeder selbst wieder annähen. Vielleicht habt ihr auch jemanden in der Familie oder im Bekanntenkreis, der besonders geschickt im Umgang mit Nadel und Faden ist. Ansonsten lohnt sich in jedem Fall der Gang zum Schneider bzw. dem Reparaturdienst.

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7. Auf nachhaltige Labels setzen

Im Bereich Fair und Eco Fashion gibt es inzwischen eine unglaubliche Auswahl. Ein hoher Qualitätsstandard, ausgezeichnete Verarbeitung und eine entsprechende Langlebigkeit gehört dabei meist zum Selbstverständnis der Marken. Zudem wird zu fairen Löhnen und unter menschenwürdigen Bedingungen produziert. Auf den Einsatz giftiger Farben und Chemikalien wird verzichtet. Fair & Eco Fashion ist daher besser für Mensch und Umwelt. Seid ihr euch unsicher, ob ein Label tatsächlich nachhaltig produziert? Dann orientiert euch an Gütesiegeln wie dem Global Organic Textile Standard (GOTS), der Fair Wear Foundation oder dem IVN-Qualitätszeichen des internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft.

Ich hoffe diese sieben Tipps helfen euch auf eurem Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Kleiderschrank!

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