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„Shit! Ich hätte schon vor 45 Minuten bei meinem nächsten Termin sein müssen.“ Aber es ist auch einfach zu gemütlich auf der roten Couch bei Alexandra und Robert. Zweieinhalb Stunden sitze ich nun schon hier. Noch kein einziges Foto ist gemacht und ich habe nicht annähernd alle Fragen gestellt, die ich zuvor notiert hatte. Die Gesellschaft der beiden ist einfach zu kurzweilig. Die Zeit wie weggeblasen. Ich gehe – nur um 90 Minuten später noch einmal zwei Stunden im Ladenatelier Alte Fleischerei zu verbringen.

Aus dem Jahr 1898 stammt das Gebäude in der Kurt-Eisner-Straße 17, in welchem sich die Alte Fleischerei befindet. Der Fliesenspiegel ist noch im Originalzustand und korrespondiert auf seltsam leichte Weise mit Möbelstücken aus den 60ern, neonfarbenem Acryl, moderner Fotografie und einem hellblauen Fahrrad im Schaufenster.

Wie das alles zusammenhängt, habe ich gefragt…und über die Antwort die Zeit vergessen. Es ist eben einfach zu schön, wenn Menschen mit Begeisterung von etwas berichten. Alexandra – gebürtige Thüringerin – ist eigentlich studierte Zahnmedizinerin. Doch war ihr bereits im Studium klar, dass Zahnärztin nicht das Lebensziel ist. Klar, finanzielle Sicherheit und so. Aber wer braucht schon Sicherheit, wenn er glücklich sein kann? Also ging es ab zum Fernsehen. Erst als Praktikantin und schließlich als Redakteurin. Eine Zeit lang hat man Alexandra sogar einmal wöchentlich bei Punkt 12 als DIY-Expertin zu sehen bekommen. Heute betreibt sie hauptberuflich ihr Schmucklabel Flamingocat. Vor nicht einmal zwei Jahren hat das Ganze als Hobby begonnen. Kettenanhänger und Ohrringe wurden zuerst aus Birken- und Nussbaumholz gelasert und von Hand bemalt. Später kam Acryl als Material hinzu. Seit August 2015 betreibt Alexandra Flamingocat hauptberuflich – seit es das Ladenatelier zusammen mit Robert gibt. Ein Experiment, denn zu diesem Zeitpunkt kannten sich die beiden weder besonders lang, noch besonders gut.

Robert – aus Sachsen-Anhalt, trägt oft Hut – sollte Alexandra bei ihrem ersten Treffen eigentlich fotografieren. Stattdessen haben die beiden die Zeit einfach verquatscht. Kommt mir irgendwie bekannt vor.
Auch Robert hat erst einen Umweg genommen, bevor er seine Berufung als Fotograf gefunden hat. Sein Job als Eventmanager hat ihn einfach nicht so recht gekickt. Fotografie begeistert ihn hingegen schon seit er 14 war. Vor zweieinhalb Jahren hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. Schließlich musste ein Büro her. Potentielle Kunden empfängt man nun mal nicht in der WG-Küche. So wurde Robert – durch einen Tipp von Alexandra – auf die Alte Fleischerei aufmerksam. Eigentlich hatte er sich einen der Räume hinter dem leerstehenden Ladengeschäft angesehen. Doch wer möchte schon ein dröges Arbeitszimmer, wenn er eine Räumlichkeit mit derartiger – scheinbar verkannter – Präsenz haben kann? Aber alleine einen Laden mieten? Also wurde Alexandra überzeugt mit einzusteigen. Damals war sie noch skeptisch, heute absolut überzeugt. Man unterstützt sich gegenseitig mit seinem Know-how. Aus der lockeren Bekanntschaft ist eine feste Freundschaft entstanden.

Schmuck und Fotos also. Und das Fahrrad im Schaufenster? Das gehört zu We ride Leipzig – dem aktuellen Langzeitporjekt von Robert. Dem wurde nämlich direkt vor dem Laden sein geliebtes Fahrrad geklaut. Eines von 8.000 jährlich in Leipzig – Tendenz steigend. Und niemand unternimmt etwas dagegen. Auch die Polizei nicht. Also muss selbst etwas getan werden. Daher hat Robert We ride Leipzig ins Leben gerufen. Ziel des Ganzen: den Fahrraddiebstahl in Leipzig minimieren (und den Planeten retten). Fetzt! Wenn ihr euer Bike liebt, dann schaut mal vorbei und werdet Teil des Projekts.

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Flamingocat by Alexandra Pauly & Robert Strehler Fotografie
Ladenatelier @ Alte Fleischerei 
Kurt-Eisner-Straße 17
04275 Leipzig

Öffnungszeiten
Mo-Fr: 11-19 Uhr (so grob)

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Diskussion

2 Kommentare zu “Alte Fleischerei Leipzig”
  1. Yeah! Ich liebe ja Flamingocat! Und Alexandra ist so herzlich und super. Ich könnte ja die ganze Zeit schwärmen :D
    Schön, dass Ihr sie hier vorgestellt habt!

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