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Früher war Scrapbooking meine große Leidenschaft. An freien Abenden brachte ich teilweise mehrere Stunden mit der Gestaltung von Fotoalben zu. Eine Tätigkeit in der ich völlig versinken konnte und die mich absolut entspannte. Dann gab es auf einmal dieses Blogzine. Von nun an floss meine kreative Energie und meine freie Zeit in das Schreiben von Texten und die Erstellung von passendem Bildmaterial. Auch hier vergass ich oft alles andere um mich herum. Fünf oder sechs Stunden vergingen wie im Flug und ließen mich den Stress in der Uni völlig ausblenden.

Heute ist das Bloggen mein Beruf. Ich könnte mir keinen besseren Job vorstellen, denn schließlich verdiene ich mit meinem einstigen Hobby Geld. Wie hätte es besser für mich laufen können? Gleichwohl wandelte sich die Rolle des Blogzines in meinem Leben natürlich. Die Erstellung von Inhalten ist nun nicht mehr der entspannende Ausgleich zum Alltag, sondern es ist der Alltag. Sicher ist dieser sehr abwechslungsreich, doch ich möchte nichts romantisieren. Es ist ein Job und dieser bringt natürlich hin und wieder auch Stress mit sich. Deshalb musste ein neuer Ausgleich her, der mich abschalten lässt. In den vergangenen Monaten habe ich häufig zu den inzwischen recht beliebten Malbüchern für Erwachsene gegriffen und hatte meine Freude damit. Tatsächlich konnte ich mich mehrere Stunden darin verlieren feingliedrige Blätter und Blüten zu kolorieren. Doch irgendwie fehlt mir auf Dauer der kreative Aspekt.

Contemporary Embroidery – zeitgenössische Stickerei

Vor ein paar Wochen bin ich bei Instagram schließlich zufällig über den Hashtag #contemporaryembroidery gestoßen und musste feststellen, dass Sticken in der DIY-Szene gerade ein regelrechtes Comeback feiert. Wer nun ausschließlich an die klassischen Blütenmotive oder langweilige Kissenbezüge denkt, der irrt gewaltig. Kakteen, Einhörner, Totenköpfe, Kristalle und Schriftzüge zieren die, teilweise bereits bunt bedruckten, Stoffe. Sie wirken wie moderne Illustrationen und werden häufig direkt im Stickrahmen an die Wand gehangen. Nicht selten handelt es sich um regelrechte Kunstwerke.

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Ich konnte es nicht lassen und kaufte mir eine Grundausrüstung zum Sticken. Ein paar Nadeln unterschiedlicher Größe, ein Stickrahmen sowie Stickgarn in 40 Farben liegen nun vor mir bereit. Auf Pinterest habe ich mir ein Board zur Inspiration erstellt. Dieses beinhaltet auch ein paar Anleitungen für unterschiedliche Sticharten und nun kann ich es kaum abwarten loszulegen. Vielleicht wird Sticken ja meine neue große Leidenschaft, die mich entspannen und abschalten lässt. Ideen habe ich auf jeden Fall genug. Einige alte Jeans warten zudem schon länger auf ein Update. Und da bestickte Kleidung auch gerade die Herzen der Fashionistas höher schlagen lässt, weiß ich was ich in den kommenden Wochen und Monaten zu tun habe.

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Diskussion

4 Kommentare zu “DIY-Trend Sticken oder was ist eigentlich Contemporary Embroidery?”
  1. Mia Mia sagt:

    Finde ich irre spannend. Kunst, Handarbeit und Mode bzw. Dekor. Gefällt mir sehr!

    • Jess Jess sagt:

      Genau – ich finde es auch gerade wegen dieser Kombi total beeindruckend. Tatsächlich sind auch viele der Contemporary Embroidery Artists, die ihre Handarbeit dann gleich im Rahmen verkaufen, studierte Grafikdesigner oder Künstler.

  2. Laura sagt:

    Ich find’s mega cool. Gerade weil man alten, vielleicht ausrangierten, Klamotten einen neuen Anstrich verpassen kann. Mein Herz schlägt eigentlich fürs Stricken und Häkeln, doch nun „befürchte“ ich, dass ich auch dem Sticken eine Chance geben muss….;) lieben Dank für diese tolle Inspiration!

    http://thankthat.com/

    • Jess Jess sagt:

      Ich hoffe, dass ich bald so gut bin, dass ich genau das dann machen kann. Ich muss allerdings auch noch üben, sodass es dann wirklich eine Aufwertung (und nicht Abwertung) der alten Klamotten wird. :D
      PS: Cooles Blogzine!

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