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Manchmal frage ich mich, warum Männer phasenweise so emotional verkappte Wesen sein müssen. Du weißt genau, sie mögen dich und dennoch haben sie einen Schuss. Im Besonderen das Exemplar „zuviel Emotionalität ist eine Schwäche, ich bin ein echter Kerl“! Gott, es gibt Phasen, da könnte ich ihn an die Wand klatschen. Er sagt dir manchmal die schönsten Dinge, traut sich das meist nur mit humoristischem Unterton. Wenn, dann eröffnet sich eine Welt der Sehnsüchte, die dich fast schon mit Panik konfrontiert. Von Babies und dem Kram mit dem Happily Ever After ist die Rede. Zum Glück bist auch du froh, wenn er dann nur „Witze“ reißt. Hat er diesen Schutzschild nicht oben, freust du dich schon über die Bekundung, dass er dich gerne sehen oder umarmen würde. Es ist fast nichts, aber für so einen schwierigen Menschen ein halber Seelen-Striptease. Es ist süß, er sagt dir du seist wunderschön und er bemüht sich. Textet morgens und abends und ruft dich an bevor er ins Bett geht. Tagelang hatte er kein Wifi. Immerhin ist er erst wenige Tage in der Karibik für seinen nächsten Job. Trotzdem nervt es dich!

Sag mir was Liebes, bevor du auflegst! Machen das andere Mädels auch? Auf die Distanz fühle ich mich oft wie ein Nimmersatt. Du bist die glücklichste Person, die ich kenne. – Hm, ich habe einen Moodtracker für meine Launenhaftigkeit, aber interessant. Versuch es nochmal! Du bist eine großartige Freundin. Friend? Danke, das hat gesessen. Anstatt den Wert dieser Aussage zu sehen, fühle ich mich angegriffen, frage ihn, ob er Lust hat mich zum Heulen zu bringen. Er versucht es nochmal. Du kannst eine großartige Freundin für jeden sein. Ich habe es satt. Meine Laune ist im Keller. Ich habe das Gefühl, die Welt endet. Ich muss nicht erwähnen, dass ich durchaus dramatische Züge habe. Ihm wird es zuviel. Zwischen all den Wünschen für einen tollen Tag, bin ich die dramatisch Sensible. Er legt auf. Das passiert sehr selten und wenn, macht es mich noch wütender. Ich texte ihm sofort im Anschluss, dass ich wütend sei. Und ob er mich für eine Dame in einem speziellen Gewerbe halte, die kinky sh*t sendet, aber eine großartige Freundin sei. What the f*ck?!

Ich weiß, zahlreiche Männer da draußen zeigen kaum oder nie Gefühl. Zumindest haben sie die größten Probleme, es zu verbalisieren. Ich mache unsere kulturellen Akte verantwortlich, die Mann und Frau definieren. Gender Studies sind wichtig und interessant – finden die meisten Frauen. Warum sind Männer stolz darauf, dass sie nie weinen? Fragwürdig ist doch, dass sie viel häufiger an Depressionen erkranken und auch die suizidale Rate deutlich höher ausfällt. Das Paradeexemplar auf lange Distanz fällt genau in diese Kategorie. Ein harter Kerl, nichts erschüttert ihn, nichts macht ihm Sorgen. Aus diesem Anlass heute ein wenig Genderkram. Männer, macht es euch doch nicht so schwer. Wir Frauen mögen euch auch ungefiltert. Bei mir würde es zumindest für deutlich weniger graue Haare sorgen.

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Diskussion

4 Kommentare zu “Genderkram”
  1. Becca sagt:

    Super interessante Gedanken – und sehr anschauliche Schilderung eines Telefonats das zu ihnen anregt ;) ich finde dass je näher man egal wen kennenlernt, Mann oder Frau, desto mehr erkennt man wie ähnlich man sich eigentlich ist. Männer sind genauso emotional, verletzlich und sensibel aber erst in einer ganz gewissen Nähe – oft auch der geographischen… vielleicht ist es eine Frage von Sicherheit die coole Maske fallen zu lassen zu zeigen was darunter ist..?!

    • Mia Mia sagt:

      Hallo Becca,

      ich habe auch eine Weile gebraucht, um zu verstehen, dass Männer und Frauen ähnlich fühlen. Ich glaube, Männer manchmal sogar noch mehr, weil sie das Ganze schlechter einordnen und zum Ausdruck bringen können. Chaos im Kopf, haha.

      Liebst,
      Mia

  2. Lakritz sagt:

    Ach krass, ich fühle mich immer so angesprochen mit dieser Art von Artikeln auf deinem Blog.
    Ich bin auch immer hin und hergerissen….einerseits wünsche ich mir in einem Mann gewisse „männliche“ Aspekte, andererseits soll er dann auch „weiblich gefühlvoll“ sein….schwierig. Alles Klischee oder doch wahrer Kern?
    Ich habe hier ein sehr ähnliches Exemplar und es geht soweit, dass er mir im Streit erzählt, ich sei ihm egal, – um dann kurze Zeit darauf wieder auf mich einzugehen. Meine „innere Dramaqueen“ habe ich weitesgehend abgelegt in dieser Beziehung, weil es einfach mir damit nicht gut geht und weil mein Drama eben auch von mir kommt und nur eine Reaktion auf ihn/seins ist.
    An guten Tagen hinterfrage ich meine empfindlichen oder krassen Reaktionen auf ihn und finde meist mich. ;)
    Ja, es ist schon komisch, wie oft einige Männer „weiblich konnotierte“ Dinge/Vehaltensweisen ablehnen oder runter machen… wie oft ich mich mit meiner weiblichen Launenhaftigkeit (zyklusbedingt) falsch und unverstanden fühle! – obwohl das zu meiner weiblichen Identität gehört und auf der anderen Seite so eine große, starke Macht ist. Ich habe jetzt auch den Sport wieder für mich entdeckt (Anti-Depri) und Meditation und Achtsamkeit (Anti-Aggro ;)) und habe das Gefühl, meine Emotionen sind grad auf einer starken, intuitiven, fröhlichen Spur. Ich hoffe, das hört sich nicht zu abgedreht an ;))
    Danke für den schönen Text!

    • Mia Mia sagt:

      Ahhhhhhh…I feel you! Ich glaube, das bei uns echt ähnlich. Mein Exemplar hat sich wieder eingekriegt und ruft fleißig vor dem zu Bett gehen an und hat sich meine „konstruktive Kritik“ dann auch angenommen. Natürlich nur, nachdem ich zum Ausdruck gebracht habe, dass ich etwas „crazy“ unterwegs war. Die Nummer mit dem „good friend“ lässt er seitdem fleißig bleiben. Das mit dem Zyklus kann ich nuuuur bestätigen. Ich habe jetzt eine App, um meine Moods zu tracken. PMS und Zyklus, ich bin so sensibel und heule häufig wegen Schrott. Die verbleibende Zeit bin ich echt gut drauf. Ich kann nicht mehr, als mich erklären. Das Verständnis, das ich aufbringe, muss auch er aufbringen. Kommunikation für Fortgeschrittene, echt haha. Und ja, es ist ein Klischee. Er soll ab und an ganz weich werden, aber bloß nicht zu häufig, weil sonst fühlt sich Frau auch nicht immer hingezogen. Verrückte Welt!

      Allerliebst,
      Mia

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