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Wir Frauen haben manchmal einen Schuss. Bei Männerproblemen wird mit der besten Freundin jede einzelne Textnachricht auseinander genommen und bis ins Detail analysiert. Es wird Kriegsrat gehalten, erfolgsversprechende Strategien werden ersonnen und bei jeder Neuigkeit füllt sich der Feed auf WhatsApp mit dreiunddrölfzig Voicemails. Aus selbstbewussten, selbstbestimmten und betont unabhängigen Frauen werden unsichere Mädels. Er meldet sich nicht mehr, er ruft mich nicht zurück – schon zwei Tage nichts gehört. Den ganzen Tag starrt man auf das Display seines Smartphones in der Hoffnung, von ihm zu hören. I’ve been there, all my girl friends been there and even my best male friend did! Von Deppen, die man selten zu Gesicht bekommt bis hin zu Vollidioten, die zuerst ihre Verliebtheit gestehen, um drei Wochen später zu verschwinden. Von 1264753 Textnachrichten am Tag über „letzte Woche Dienstag hat er das letzte Mal angerufen“ bis hin zu „der meldet sich nicht mehr“.

Es gab eine Zeit, als sich diese nervenaufreibende Welt des Textings und Datings in weiter Ferne abspielte. Ich würde sogar sagen, in einem anderen Universum zuhause war. In meinem ganzen Leben musste ich mich nicht damit auseinandersetzen, ob ein Kerl schrieb oder nicht. Er tat es einfach. In jüngster Vergangenheit habe ich jedoch eher mit potentiell komplizierten Menschen zu tun. Die Generation Y, die sich nicht entscheiden kann, was sie möchte. Zuviel Auswahl, Entscheidungsunwille, Generation Nicht-Beziehung, Fuckboys? Oh yeah, verschwende meine Zeit! Vermutlich verläuft sich jeder irgendwann einmal. Mein halber Freundeskreis bzw. alle Single Ladies sind mit diesem Problem unterschiedlich stark konfrontiert. Was passiert da? Unsere Energie, unser Fokus liegt auf einer Person, die es nicht wirklich verdient. Wenn die Unterhaltungen mit den Mädels nicht mehr ausreichen, suchen Frauen an anderen Orten Rat und Hilfe.

Natürlich reden wir hierbei von den Untiefen des Internets beziehungsweise den unzähligen Beziehungsexperten auf YouTube. Von Matthew Hussey über Ask Kimberly bis hin zu irgendwelchen Foren, Websites und ausgewiesenen Dating Coaches. Es hat sich ein Markt etabliert, der all den unglücklichen Menschen mit Rat und Tat zur Seite stehen möchte. Anhand der Klickzahlen einschlägiger Videos, kann man denken wie viele Frauen mehr oder minder verzweifelt nach Rat suchen. Was das Ganze bringen soll, ist mir jedoch schleierhaft. Ich habe aus meinem damaligen Gemütszustand auf die harte Weise gelernt. Daher heute keine blöden Dating Tipps für die Anfangsphase, die immer wieder Hoffnung schüren, sondern konstruktive Hinweise für mehr „Self-Love“.


To date or not to date

Wenn er sich nicht regelmäßig meldet, hat er kein Interesse. Ihn dann immer wieder anzuschreiben, bringt gar nichts. Es lässt einen verzweifelt wirken. Es gibt nicht einen Grund, den ganzen Tag auf sein Telefon zu starren. Meldet er sich nicht, hat er Pech gehabt. Wer nicht will, der hat schon. Wer euren Wert nicht erkennt, verdient eure Aufmerksamkeit nicht. Es ist es dabei vollkommen normal, wenn Männer kürzer und weniger texten als Frauen. Wir kommunizieren unterschiedlich. Wenn er sich jedoch nur einmal pro Woche regt, absägen.

Reines Texting sagt gar nichts aus. Ein Mann muss sich mit euch regelmäßig treffen wollen. Und möglichst nicht nur am Abend aka in anonymer Dunkelheit, im Club oder zum „Netflix and chill“. Wenn die Treffen aufgrund der Distanz Berlin – München schwierig erscheinen, ist Telefonieren Pflicht. Schreibt er jedoch nur alle paar Tage und bleibt was Treffen angeht unverbindlich, sollte man sofort einen Cut machen. Es spart Zeit und Nerven. Ist Sex außerdem sein vornehmliches Interesse bei einem Treffen, vielleicht sogar Bedingung? Und stößt nicht unbedingt auf Gegenliebe weil ihr weniger promiskuitiv eingestellt seid? Macht die Biege.

Jeder Mensch, der euch aus der Balance bringt, ist mit Vorsicht zu genießen. Es sei denn, ihr seid gerade sowieso vollkommen neben der Spur (siehe meine Storytime). Ich sage nicht, dass jemand anderes euch glücklich oder vollständig machen muss. Er oder Sie sollten jedoch nicht wie Energiesauger in euer Leben treten und eine karge Landschaft hinterlassen. Generell Vorsicht geboten ist bei MPI Guys, Menschen die schnell zu emotional werden und Singles, die gerade frisch getrennt sind. Ihr steht an erster Stelle, euch muss es gut gehen und euer Wohlbefinden hat immer oberste Priorität.

In diesem Sinne euch allen ein schönes Wochenende und Happy Dating!

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Diskussion

6 Kommentare zu “Modern Dating sucks!”
  1. Marie sagt:

    Mal wieder: volle Zustimmung meinerseits ;)

  2. Tanja S. sagt:

    Dem kann ich nichts hinzufügen.
    Love yourself 💜

    Liebe Grüße, Tanja 🌻

  3. Kat sagt:

    Dem kann ich leider auch nur zustimmen. Vor ein paar Jahren war das alles irgendwie noch nicht so kompliziert, da war man zusammen oder nicht und hat keine Monate gebraucht um sich irgendwie zu positionieren und nebenher weiter umzuschauen.
    „Mache niemanden zu deiner Priorität, für den du nur eine Option bist“ – der Spruch ist zwar schon bisschen betagt, aber es stimmt.
    Drüber wegkommen klappt aber auch nicht immer. So richtig zumindest. Nicht.
    LG
    Kat

    • Mia Mia sagt:

      Der Spruch ist klasse und absolut korrekt. Man darf nur nicht zu sehr durchdrehen, da Männer und Frauen nicht immer im Flow agieren und mal der eine und auch der andere mehr oder weniger braucht. Wenn er dich jedoch nur alle paar Tage spricht – tzzz! No way! :D

  4. AD sagt:

    Unterschreib` ich so ;-)
    Und doch……Und im Grunde wissen wir das alle, aber ein jeder von uns mutiert früher oder später ja doch wieder zum needy Vollidiot, oder? :D

    War das eigentlich vor 10 oder 5 Jahren auch schon so? (Ich war ja die letzten 10 Jahre raus aus dem Dating-Ding) – es scheint, als sei es IMMER „erstmal kompliziert“.
    Oder liegt es daran, dass wir nun alle älter sind, schon gelebt und somit eben auch Komplikationen, Ex-Beziehungen, und Altlasten mitbringen?

    Wie dem auch sei: Love yourself and: You dont find a happy life – you make it! Das gilt eben auch für das eigene Wohlbefinden – eine andere Person kann und darf nicht für mein persönliches Glück verantwortlich sein.

    • Mia Mia sagt:

      Oh sehr interessanter Ansatz! Vielleicht solltest du eine Kolumne dazu schreiben! Unsere Situationen sind so ähnlich. Ich habe mich auch gefragt, ob das vor 10 Jahren schon so kompliziert war. Ich vermute nicht, zumindest kommt es mir nicht so vor. Oder ich war einfach nicht davon betroffen. Ich hatte heute z.B. ein Aha-Erlebnis, weil ich mich mit jemandem über meinen Status Quo austauschen konnte. Ich merkte…Hm, du drehst dich schon ziemlich um dich selbst, haha. Es ist immer eine Frage, wie man die Dinge sieht. Ist das Glas halb leer oder halb voll und am Ende kann man sich über alles aufregen und nie zufrieden sein ODER man fokussiert sich auf die schönen Seiten und lernt sie zu schätzen. Jetzt ganz allgemein gesprochen und natürlich nicht in Hinblick auf Fuckboys und andere Idioten. Und ja, den needy Part habe ich voll gepachtet. Ich muss dahingehend echt an mir arbeiten.

      Greetz

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