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Seit genau einem Jahr ist die „Pille danach“ nicht mehr verschreibungspflichtig. Über die Aufhebung der Verschreibungspflicht wurde vor einem Jahr heiß diskutiert. Das Thema hat die Gemüter gespalten und polarisiert auch heute noch. Sollte die „Pille danach“ leichter zugänglich gemacht und auf den obligatorischen Gang zur Gynäkologin verzichtet werden dürfen? Bedeutet die Möglichkeit, die „Pille danach“ direkt in der Apotheke zu erhalten, dass ein weniger verantwortungsvoller Umgang damit droht? Ich sehe die Aufhebung der Verschreibungspflicht ausschließlich positiv. Ich behaupte, die „Pille danach“ ermöglicht uns den selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Umgang mit unserem Körper. Dies belegen auch Statistiken. Sexuelle Selbstbestimmung sollte für jede Frau etwas Grundlegendes sein.

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Fast jeder von uns hat Sex. Ob man dem Partner nah sein will oder die Körperlichkeit sucht – Sex beschreibt einen sehr wichtigen Lebensbereich. Ich liebe Sex, kann mir ein Leben ohne kaum vorstellen. Und wenn wir ehrlich sind, haben wir im seltensten Fall Sex, weil wir ein Kind möchten. Damit das nicht passiert, verhüten wir. Ob mit dem Kondom, der Pille oder einer nicht-hormonellen Langzeitverhütungsmethode. Leider kann es zu Verhütungspannen kommen. Mir ist es schon passiert und vielen von euch vermutlich auch. Das ist auch nicht ungewöhnlich bei deutschlandweit 2,4 Millionen Verhütungspannen jährlich. Trotzdem spricht man ungern darüber, weil einem häufig Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit unterstellt werden. Zur „Pille danach“ greifen ist ein Thema, das durchaus Scham mit sich bringt. Totaler Quatsch, denn wer Sex hat, geht gewisse Risiken ein und sollte auch nach Verhütungsunfällen verantwortungsvoll handeln. Das bezieht sich auf Schwangerschaften, als auch auf sexuell übertragbare Krankheiten.

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Man muss sich doch nur einmal vorstellen, wie es noch vor einem Jahr war? Man hatte Sex, das Kondom platzte und man musste im schlimmsten Fall 2-3 Tage warten, bevor man ein Rezept ausgestellt bekam? Manchen war es vielleicht so unangenehm, dass sie lieber gepokert und das Risiko einer Schwangerschaft berechnet haben? Suboptimale Situation, die nicht selten in eine Schwangerschaft münden kann. Ich glaube, dass man uns Frauen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung vorenthält, wenn man uns nicht die Möglichkeit gewährt, eine vermeintlich ungewollte Schwangerschaft durch die Verschiebung unseres Eisprungs zu verhindern. So schnell wie möglich und das ohne den Gang zum Arzt, der für manche durchaus mit Hürden verbunden ist. Und damit spreche ich nicht nur Frauen an, die eine gewisse Reife und das entsprechende Selbstbewusstsein besitzen, sondern auch jüngere Mädchen. Jede Frau, die noch kein Kind möchte. Welche Gründe auch immer dafür bestehen. Im Sinne der Aufklärungskampagne #nurwennicheswill finde ich es wichtig, noch einmal deutlich zu machen, welche Freiheit sich uns mit Aufhebung der Verschreibungspflicht bietet. Diese sollten wir schätzen und in der Not auch Gebrauch davon machen.


 * Dieser Beitrag wird von Cohn & Wolfe im Rahmen einer Kampagne für die Pille Danach unterstützt.

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Diskussion

2 Kommentare zu “„Pille danach“ ein Jahr ohne Rezeptpflicht”
  1. Siri sagt:

    Deine Kolumnen zu diesem Thema sind einfach super! Ich lese sie wahnsinnig gerne. :D

  2. shalely sagt:

    Enorm wichtig, dass es die „Pilla danach“ inzwischen ohne Rezept gibt. Jeder sollte über seinen Körper selber bestimmen können. Und es kann auch nicht Sinn und Zweck sein, dass es später zu einer Abtreibung kommt. Super, dass du darüber bloggst.

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