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Bild: Miriam Ihring

#bloggingbusiness

Während es noch vor einem Jahrzehnt einem vergleichsweise kleinen Personenkreis vorbehalten war als Gatekeeper zu agieren, um Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen, hat sich die Situation im Zeitalter des Web 2.0 längst gewandelt. Früher war dies ein Privileg ausgebildeter Journalisten und Redakteure. Doch durch Social Software im Allgemeinen und Weblogs im Besonderen, sowie die Vernetzungsmechanismen des World Wide Web, kann heute praktisch jeder Informationen und Meinungen einem theoretisch sehr breiten Publikum präsentieren. Unnötig zu erwähnen, dass dies mit einem entsprechenden Arbeitsaufwand und viel Leidenschaft verbunden ist.

Blogger schreiben über alle möglichen Themen, die einzeln betrachtet von größerer oder geringerer gesellschaftlicher Relevanz sein können, und legen dabei einen sehr persönlichen Stil an den Tag. Wer sie allerdings noch immer als irrelevante Online-Tagebücher abtut, der unterschätzt den Machtfaktor von Blogs und ihren Einfluss auf die öffentliche Meinung.

Bis vor einigen Jahren haben Blogger hauptsächlich in Krisensituationen großes öffentliches Interesse erzielt. In diesem Zusammenhang fanden ihre authentischen Augenzeugenberichte sogar Eingang in die Massenmedien. Inzwischen haben sie deutlich an Relevanz gewonnen. In der deutschen Medienlandschaft spiegelt sich dies aktuell auch durch die gehäufte Berichterstattung über die Professionalisierung und Monetarisierung von Weblogs wieder. Heute weisen einige Blogs sogar selbst die Reichweite von Massenmedien auf. Die Tatsache, dass sich Bloggen gerade als Berufsbild etabliert, zeigt zudem, dass Weblogs inzwischen auf große Akzeptanz stoßen. Und das nicht nur beim Publikum, sondern auch bei den Werbetreibenden.

Schade finde ich, dass die Wertschätzung dann von Unternehmensseite her häufig doch nicht über das Zusenden von Produktmustern hinausreicht. Und ich spreche hier nicht von kleinen Start-Ups, die dafür tatsächlich kein Budget haben, sondern von etablierten Marken mit entsprechendem Werbeetat. Das ist natürlich nicht generell der Fall. Wir haben hier auf dem ALABASTER BLOGZINE tolle Partner für bezahlte Kooperationen, die unsere Preise ohne zu Feilschen akzeptieren und mit denen bereits viele schöne Projekte entstanden sind. Doch es wird auch immer die Firmen (oder deren Vertreter aus PR- oder SEO-Agenturen) geben, die uns geradezu für dumm verkaufen wollen. Wenn man uns nach längerem Mailaustausch noch immer erklären möchte, dass der 10%-Rabatt-Code für unsere Leser einen erheblichen Mehrwert bietet und so ein schöner Artikel (mit mindestens 500 Wörtern und 3 gut platzierten Links – bitte Do-Follow) ja auch tollen Content liefert. Da bleibt einem dann auch nichts anderes übrig, als den Mailverkehr freundlich zu beenden. Die wollen es einfach nicht einsehen. Manchmal fehlt den Unternehmen aber auch nur das nötige Hintergrundwissen und wenn man im persönlichen Gespräch bzw. in einem längeren Austausch mehr Einblick in die eigene Arbeit und die Vorteile von Blog-Kooperationen gewährt, kommt das Verständnis von ganz allein. Daraus entsteht nicht immer direkt eine bezahlte Zusammenarbeit, doch vielleicht wird man als Blogger im darauffolgenden Geschäftsjahr bedacht, wenn die Budgetplanung wieder ansteht.

Worüber ich an dieser Stelle übrigens nicht diskutieren möchte, ist die Monetarisierung von Blogs generell. Für mich ist es selbstverständlich, dass man als Blogger – egal ob hauptberuflich oder als Nebenverdienst – Geld für seine Arbeit verlangen darf, sofern man denn möchte. Mir geht es in diesem Artikel vorranig darum Bloggern, die gerade an der Schwelle zur Monetarisierung stehen, ein paar Argumente im Austausch mit Unternehmen an die Hand zu geben.

Arbeit darf auch Spaß machen!

Eine Aussage, die ich glücklicherweise schon länger nicht mehr gehört oder gelesen habe, aber dennoch hier anführen möchte ist: „Du hast doch Spaß am Bloggen. Warum willst du denn Geld dafür haben?“ (Alternativ auch „Du machst das doch in deiner Freizeit.“) Offensichtlich darf man laut dieser Formulierung keinen Spaß bei der Arbeit haben bzw. mit einer Tätigkeit, die man als Hobby praktiziert, kein Geld einnehmen?! Zumindest implizieren solche Fragen dies indirekt. Nur weil es meinem Gegenüber eventuell so geht, muss das noch lang nicht für mich zutreffen. Darüber hinaus wird natürlich gern vergessen, dass für einen Blog – mit halbwegs Ernsthaftigkeit betrieben – auch Ausgaben entstehen, selbst wenn es sich dabei „nur“ um ein Hobby handelt. Dies geschieht beispielsweise in Form von Serverkosten und Fotoequipment. Mal vom Zeitaufwand ganz abgesehen. Ich weiß nicht wie es euch geht, doch ich sitze an einem Artikel (inkl. Fotos und deren Bearbeitung) auch gern mal 8-10 Stunden.

„Das ist zu teuer!“ What the…!

Sätze, die sicher jeder Blogger kennt, der mit seinem Baby Geld verdient: „Das ist zu teuer!“ „Du bist für deine Reichweite zu teuer!“ oder auch „Dafür haben wir kein Budget!“ Besonders ärgerlich finde ich solche Aussagen, wenn ich dann noch sehe, dass das Unternehmen tausende oder auch hunderttausende von Euros in Printanzeigen oder TV-Spots investiert. Nehmen wir als Beispiel die Brigitte. Die Mediadaten des Frauenmagazins sind online problemlos einsehbar. Die verkaufte Auflage beträgt aktuell (aufgerundet) ca. 516.000 Magazine. Für eine Doppelseitige Anzeige (Preisliste 2016) in bestmöglicher Platzierung (2. Umschlagseite + Seite 3) werden 144.000 € berechnet. Dividiert man diese Zahlen kommt man auf einen Wert von rund 0,28 € pro potentiell erreichtem Leser. Eine einseitige Anzeige im Innenteil der Brigitte kostet immerhin noch 53.300 € und somit zahlt man pro potentiellem Kontakt noch etwa 0,10 €. Ich spreche hier übrigens von potentiellen Kontakten, da nicht jeder, der die Brigitte in Händen hält auch zwangsweise jede Anzeige wahrnimmt. Bei Blogs ist das natürlich genauso. Nicht jeder eurer monatlichen Unique Visitors klickt jeden Artikel auch an. Nehmt also als Grundlage die tatsächlichen Unique Visitors einer eurer Artikel und dividiert die Zahl durch den Betrag, den ihr für den Beitrag verlangt habt (oder verlangt hättet). Ich bin mir sicher, dass einige von euch überrascht sein werden und die Aussage „Du bist zu teuer!“ locker entkräftet werden kann. Und wiederholt die Rechnung auch ein Jahr später noch einmal, denn euer Artikel ist (vorausgesetzt natürlich es ist nicht anders mit dem Kooperationspartner abgesprochen) dauerhaft online. Ihr werdet garantiert auch Wochen später noch regelmäßig Klicks durch Suchmaschinenweiterleitungen bekommen. Doch wer nimmt schon eine Magazin aus dem letzten Jahr in die Hand?
Die Brigitte ist übrigens ein Random-Beispiel – ihr könnt diese Rechnung gern für jedes beliebige Magazin durchdeklinieren, bei welchem ihr Einsicht in die Mediadaten habt.

Klickzahlen sind nicht alles! Wirklich nicht!

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass man die Kalkulation von Kooperationspreisen (und deren Berechtigung) nicht ausschließlich an den Klickzahlen festmachen solltet. Die oben aufgeführte Rechnung soll lediglich verdeutlichen, dass das Preisargument von Firmen eben häufig nicht zutrifft. Wenn ein Blogger beispielsweise über ein Nischenthema schreibt und aufgrund dessen vielleicht über einen dementsprechend kleineren Leserkreis verfügt, kann es gut sein, dass die oben genannten Preise pro Kontakt überschritten werden. In diesem Fall ist allerdings entscheidend, dass man eine sehr spezielle Zielgruppe mit einer Affinität für die entsprechenden Produkte oder Dienstleistung erreicht. Für ein Unternehmen mit sehr spezifischen Angeboten bedeutet dies einen deutlich geringeren Streuverlust. Von daher kann die Kooperation mit Blogs für die Marke letztlich gewinnbringender sein als die Anzeige in einem Massenmedium es je könnte.

Blogger sind authentisch!

Und noch einmal: Preise sollten nicht allein an Klickzahlen festgemacht werden, denn bei der Zusammenarbeit mit Bloggern bekommt man als Unternehmen eben nicht nur eine gewisse Anzahl an potentiellen Kontakten, sondern Authentizität durch die persönliche Präsentation. Die Marke sollte selbstverständlich zum entsprechenden Blog passen. Ich setzte jetzt einfach mal voraus, dass man als Blogger sowieso nur mit Marken kooperiert, die man selbst schätzt, hinter deren Produkten man steht und seine Seele nicht für ein paar Hunderter verkauft. Das würden die Leser sowieso merken.
Sind diese Voraussetzungen gegeben, dann erhält man als Unternehmen nicht nur einen Werbeplatz, sondern eine persönliche und authentische Empfehlung durch den Blogger. Man braucht nur von sich selbst auszugehen, um zu wissen, wie wertvoll eine solche Präsentation ist. Wenn ich eine neue Anschaffung vornehmen will (beispielsweise ein neues Smartphone, ein Kameraobjektiv oder auch einen hochpreisigen Lippenstift), dann schaue ich definitiv nicht zuerst auf die Website des anbietenden Unternehmens. Ich frage Freunde, die das Produkt selbst haben nach ihrer Meinung, lese mir Artikel von Bloggern durch oder schaue Videos auf YouTube, um mir ein genaueres Bild zu machen. Und damit bin ich nicht allein. Immer mehr Menschen informieren sich im Internet über Produkte oder Dienstleistungen, bevor sie online oder auch im Handel einkaufen. Ich bin mir sicher, dass die Mehrzahl von euch das ebenso handhabt. (Randnotiz: Gleiches gilt auch für Jobsuchende, die sich vorher über ihre potentiellen Arbeitgeber mit Hilfe des WWW einen Eindruck von diesem verschaffen.) Blogs tragen also wesentlich zur Meinungsbildung bei.

Google liebt Blogs!

In der Einleitung habe ich geschrieben, dass inzwischen nicht mehr nur Journalisten und Redakteure als Gatekeeper agieren. Die Möglichkeit ein Filter und somit Türöffner für Informationen zu sein, besteht heute auch für Personen ohne jeglichen journalistischen Hintergrund. Es ist zu ergänzen, dass auch Suchmaschinen als Gatekeeper angesehen werden müssen. Egal was wir wissen wollen, Google und andere Suchmaschinen filtern die Informationen für uns vor. Damit ein möglicher Kunde ein Produkt im Internet findet, muss man als Anbieter in den Ergebnissen von Suchmaschinen präsent sein – und das am besten weit oben. Nun kann und will ich hier nicht in die Tiefen der Suchmaschinenoptimierung bzw. die Algorithmen von Google und Co. eingehen. Das Thema ist mindestens (!) einen eigenen Artikel wert. Auch bin ich auf diesem Gebiet kein Pro und es gibt massig hervorragende Literatur dazu. Fakt ist allerdings, dass Blogs von Grund auf optimal auf Suchmaschinen abgestimvmt sind. Beispielsweise bringen sie durch ihre starke Vernetzung (sowohl intern als auch untereinander) eine wichtige Voraussetzung mit, um von Suchmaschinen gut gefunden und weit oben gelistet zu werde. Ein weiterer Grund also für Unternehmen mit Blogs zu kooperieren.

Durch Blogs in die Massenmedien? Geht!

Ich möchte weiterhin nicht unerwähnt lassen, dass auch ein Unternehmen, welches ausschließlich mit Blogs zusammenarbeitet, Chancen auf eine Platzierung in den klassischen Medien hat. Durch die gute Vernetzung von Bloggern kann sich ein Thema oder ein Trend schnell verbreiten und somit auch das Interesse von Massenmedien auf sich ziehen. Warum? Ein erheblicher Teil der Journalisten und Redakteure nutzt Blogs für seine Recherchen. Weblogs gelten nicht umsonst als Vorhof der Massenmedien und können ein Thema oder Produkt schnell groß machen. Selbst wenn die Fokussierung der Majorität erst durch die Brigitte erfolgt, so ist nicht auszuschließen, dass ein Blog den entscheidenden Anstoß dazu gegeben hat. Blogger sollten also von Unternehmen und Agenturen ernst genommen und als Kooperationspartner entsprechend wertgeschätzt werden – und das nicht nur mit Produktmustern.

Dieser Artikel greift in vielfacher Weise auf meine eigenen Erfahrungen zurück. Allerdings können die wesentlichen hier genannten Aussagen und Fakten auch durchgängig in folgender wissenschaftlicher Literatur nachgeschlagen werden:

➔ Bender, Gunnar (2008). Kundengewinnung und -bindung im Web 2.0. In: Hass, Berthold H. / Walsh, Gianfranco / Kilian, Thomas (Hg.). Web 2.0. Neue Perspektiven für Marketing und Medien. Berlin. Heidelberg. 1. Auflage. S. 173-190
➔ Bernet, Marcel / Keel, Guido (2012). Medienarbeit in der Online-Unternehmenskommunikation. In: Zerfaß, Ansgar / Pleil, Thomas (Hg.). Handbuch Online-PR. Strategische Kommunikation in Internet und Social Web. 1. Auflage. Konstanz. S. 123-145
➔ Erhard, Christian (2008). Internet Marketing im Web 2.0 am Beispiel von eBay. In: Hass, Berthold H. / Walsh, Gianfranco / Kilian, Thomas (Hg.). Web 2.0. Neue Perspektiven für Marketing und Medien. Berlin. Heidelberg. 1. Auflage. S. 191-209
➔ Kilian, Thomas / Hass, Berthold H. / Walsh, Gianfranco (2008). Grundlagen des Web 2.0. In: Hass, Berthold H. / Walsh, Gianfranco / Kilian, Thomas (Hg.). Web 2.0. Neue Perspektiven für Marketing und Medien. Berlin. Heidelberg. 1. Auflage. S. 3-21
➔ Neuberger, Christoph / Nuernbergk, Christian / Rischke, Melanie (2007). Weblogs und Journalismus: Konkurrenz, Ergänzung oder Integration? In: Media Perspektiven. Heft 2/2007
➔ Pleil, Thomas (2012). Kommunikation in der digitalen Welt. In: Zerfaß, Ansgar / Pleil, Thomas (Hg.). Handbuch Online-PR. Strategische Kommunikation in Internet und Social Web. 1. Auflage. Konstanz. S. 17-38
➔ Pleil, Thomas / Zerfaß, Ansgar (2014). Internet und Social Media in der Unternehmenskommunikation. In: Zerfaß, Ansgar / Piwinger, Manfred (Hg.). Handbuch Unternehmenskommunikation. Strategie – Management – Wertschöpfung. 2. Auflage. Wiesbaden. S. 731-753
➔ Schmidt, Jan (2009). Das neue Netz. Merkmale, Praktiken und Folgen des Web 2.0. 1. Auflage. Konstanz
➔ Zerfaß, Ansgar / Bogosyan, Janine (2007). Blogstudie 2007. Informationssuche im Internet – Blogs als neues Recherchetool (Ergebnisbericht). Aktuell leider nicht mehr zum Download verfügbar – kann hier angefragt werden.

Zudem kann ich folgende populärwissenschaftliche bzw. Ratgeberliteratur für Blogger empfehlen:

➔ Weller, Robert / Firnkes, Michael (2015). Blog Boosting. Content / Marketing / Design / SEO. 2., aktualisierte Auflage. Rheinbreitbach

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Gibt es Ergänzungen? Habt ihr Interesse an weiteren Artikeln in dieser Form?

Diskussion

39 Kommentare zu “Warum sich die Kooperation mit Blogs für Unternehmen lohnt.”
  1. Melanie sagt:

    Ein sehr interessanter und informativer Artikel, vielen Dank! :)

    Ich denke, das „Du bist zu teuer“-Problem basiert weniger auf dem tatsächlichen Wert des Blogs (habe vorhin mit den 10 Cent gerechnet und mich echt erschrocken ^^) sondern eher an den Preisen der „Konkurrenz“.

    Wenn 10 angefragte Blogger für einen bestimmten Auftrag 200 € nehmen und der 11. verlangt 600 € ist er in den Augen der PR im Vergleich zu den anderen eben zu teuer. Und es gibt ja genug, die es für 200, weniger oder sogar umsonst machen. Im Grunde machen wir Blogger uns selbst gegenseitig die Preise kaputt, ob bewusst oder unbewusst. Klar, vielleicht hat Blogger 11 mehr Reichweite, aber solange das nicht nicht wesentlich mehr ist, ist es den Firmen doch egal. Zumal man für die 600 € ja auch drei andere Blogger beauftragen kann. Masse, statt Klasse.

    Natürlich gibt es auch andere Firmen, ich habe aber den Eindruck, dass das eher die Ausnahme ist.
    Ein Tarifvertrag müsste her. Oder einfach auch mal ein paar erfahrene Blogger, die offen über das Thema Sponsored Posts sprechen und auch Zahlen nennen. Als Neuling in dem Bereich weiß man ja gar nicht, woran man sich bei der Festlegung der Preise orientieren soll. Oder wie man seinen Blog überhaupt sinnvoll vermarktet. Es gibt eben keine Ausbildung zum Blogger.

    Viele liebe Grüße
    Melanie

    • Jess Jess sagt:

      Da gebe ich dir Recht, wobei das auch nicht immer zutreffen muss. Auf Kooperationen bezogen, bei denen es ausschließlich um Linksetzungen geht, die ja meist von SEO-Agenturen angefragt werden, ist das garantiert ein Problem. Und ja, sicher kann man das auch auf Sponsored Posts ausweiten. Doch wie du schon schreibst, gibt es auch Unternehmen, die da eine andere Philosophie vertreten. Die möchten dann eben genau auf diesem oder jenem Blog platziert werden – beispielsweise aufgrund des Contents oder dem sonstigen Markenumfeld. Aber das ist tatsächlich nicht die Regel.

      Und ja – über Zahlen muss gesprochen werden. Im persönlichen Gespräch bin ich da mit anderen Bloggern auch sehr offen. Tatsächlich sind viele überrascht, wenn ich Empfehlungen für Preise gebe. Vielleicht sollten wir das auch mal in einem Beitrag thematisieren. Ich bin mir allerdings immer etwas unschlüssig, ob das den Kooperationspartnern wohl so gefällt – selbst ohne Nennung. Vielleicht aber auch ein unbegründeter Gedanke.

      Und zum Thema Ausbildung. Tatsächlich bin ich kürzlich über ein Fernstudienangebot gestoßen, dass wohl im Oktober starten sollte, fand allerdings die Themensetzung fragwürdig. Leider finde ich die Seite gerade nicht mehr. Für Einsteiger in Sachen Blogging und Blog-Vermarktung finde ich übrigens das oben an letzter Stelle genannte Buch von Robert Weller und Michael Firnkes sehr gut geeignet. Und selbst erfahrene Blogger können sich da noch einige neue Informationen herausziehen.

    • Melanie sagt:

      Es ist eben alles nicht so leicht. Das Problem ist, dass eben jeder einen Blog eröffnen kann, theoretisch auch mit 12. Es ist gut zu sehen, dass es nach und nach Literatur dazu gibt und einige Unis bieten ja auch auch Kurse an. Aber nicht jeder Blogger macht sich die Mühe oder hat die Möglichkeit sich näher damit zu befassen. Allein schon die rechtlichen Aspekte sind vielen einfach nicht bekannt.
      Was ich halt mit „Ausbildung“ meinte, ist einfach, dass jeder Blogger einen anderen Wissensstand hat. Manche bloggen einfach so, andere lesen sich in das Thema ein, sei es auf anderen Blogs oder mit Hilfe von Büchern, wieder andere haben eine richtige Agentur hinter sich. Bei einem normalen Ausbildungsberuf ist die Ausbildung weitestgehend geregelt und jeder startet mit ähnlichen Grundvoraussetzungen in den Beruf. Was man dann daraus macht ist natürlich wieder eine andere Frage.

      Ich kann verstehen, dass es den Firmen gar nicht gefallen würde, wenn wir uns besser organisieren würden was Kooperationen betrifft. Das würde nämlich wohl dazu führen, dass die Preise steigen.
      In Deutschland herrscht aber allgemein noch immer die „Über Geld spricht man nicht“-Mentalität und ich glaube, viele erfolgreiche Blogger möchten sich eben auch ungern in die Karten schauen lassen (oder dürfen manchmal auch gar nichts sagen wenn eine Agentur dahinter steht). Kann man ja auch irgendwie verstehen. Aber so wird es halt nichts mit dem Konsens.

    • Jess Jess sagt:

      Hm…also eigentlich empfinde ich es gar nicht als Problem, dass quasi jeder einen Blog starten kann. Ist das nicht gerade das tolle daran? Das was dich und mich auch dazu befähigt hat zu bloggen?

      Und ich weiß nicht….vielleicht verstehe ich dich jetzt auch falsch und du willst auf einen ganz anderen Aspekt hinaus. Aber man könnte das mit der Ausbildung auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Du schreibst ja, dass bei einer normalen Ausbildung jeder mit den gleichen Grundvoraussetzungen startet. Beim Bloggen startet ja – mal übertrieben ausgedrückt – jeder bei Null und dann ist es die Frage was man daraus macht. Das ist jetzt natürlich sehr platt ausgedrückt. Klar gibt es auch Blogger, die vielleicht aus dem Bereich Journalismus oder Marketing kommen und daher ggf. andere Grundvoraussetzungen mitbringen. Das ist allerdings bei einer Ausbildung nicht anders. In jedem Studiengang findest du ja auch Menschen, die gerade von der Schule kommen und wieder andere, die bereits eine gewisse Berufserfahrung mitbringen.

      Und ja, Firmen wird die Preissteigerung nicht unbedingt gefallen. Ich denke allerdings, dass das eine Entwicklung ist, die aktuell sowieso schon im Gange ist, auch wenn nicht jeder explizit seine Einkünfte publik macht – egal ob er es nun darf oder nicht.

    • Jess Jess sagt:

      @MuhKuhAddict
      Jaaaaa – genau das meinte ich! :) Steht immer noch Oktober als voraussichtlicher Start, aber an den Inhalten wurde scheinbar noch mal gearbeitet. Zumindest kam es mir bei meinem letzten Besuch deutlich weniger ausgereift vor.

  2. Lina sagt:

    Danke für die ganzen Literaturhinweise! Bei meiner Recherche für eine Hausarbeit hatte ich irgendwie überraschend wenig gefunden.

    Ich stimme dir völlig zu und ich stimme auch Melanie zu. Solange es so viele Blogger gibt, die etwas gratis machen, wird sich das Bewusstsein für den Wert der Berichterstattung durch Blogger nicht durchsetzen. Und das verurteile ich gar nicht – ich schreibe auch ohne Geld zu bekommen über Unternehmen und Produkte, die ich toll finde. Einfach weil ich davon überzeugt bin.
    Doch auf Dauer trägt sich so ein Modell nicht zumindest nicht bei den meisten. Bloggen ist nun einmal auch Arbeit und die sollte wertgeschätzt und entsprechend entlohnt werden. Gerade bei hochwertigen Inhalten!

    • Jess Jess sagt:

      Gib gern Bescheid, falls du mehr Literaturhinweise brauchst – gern auch zu einem bestimmten Aspekt. Durch meine Masterarbeit zum Thema Bloggen, kann ich dir da quasi seitenweise Input liefern. :D Falls du die Uni-Bibliothek hier in Leipzig nutzt, dann lohnt es sich auch bei den Wirtschaftswissenschaften zu schauen.

      Ich verurteile es übrigens auch keinesfalls unbezahlt zu berichten. :) Wir schreiben ja ebenfalls zum Großteil unbezahlt über Marken. Generell ist es auch nicht mein Anliegen jemanden dazu zu bewegen Geld zu verlangen, wenn er dies gar nicht möchte. Ich hoffe das kam nicht falsch rüber?!

    • Lina sagt:

      Nein, so kam das nicht rüber, keine Sorge :)

  3. Katharina sagt:

    Hallo Jess,

    vielen Dank für ehrlichen und interessanten Insight. Ich bin seit Jahren begeisterte Blogleserin vor allem von Blogs aus dem US-amerikanischen Raum – ihr seid einer der wenigen deutschsprachigen Blogs, die ich gern und regelmäßig lese – und dort ist die Kooperation mit Unternehmen längst etabliert. Als Leser stören mich solche Kooperstionen auch nicht – im Gegenteil: Ich entdecke so immer mal wieder spannende neue Produkte, die ich manchmal ausprobiere, manchmal eben auch nicht. Dass so ein Blog finanziert werden will, gerade auch, wenn er mit viel Herzblut und Engagement betrieben wird, macht absolut Sinn. Auch aus der Unternehmensbrille finde ich den Beitrag hilfreich, gerade um das Kosten-Thema zu verstehen. Und die Authentizität ist ein nicht zu unterschätzender Faktor – weshalb ich die Entwicklung eures Blogs richtig toll finde. Ich habe das Gefühl, dass eure Beiträge mit der Zeit ehrlicher und echter geworden sind – ein großes Lob dafür. Macht weiter so!

    Ganz liebe Grüße
    Katharina

    • Jess Jess sagt:

      Liebe Katharina, ich danke für diesen Kommentar! So ein Feedback hört man vergleichsweise selten. Natürlich ist uns klar, dass es viele Leser gibt, welche die Monetarisierung von Blogs akzeptieren und durchaus auch als Bereicherung betrachten (da durch die Finanzierung und den Betrieb des Blogs als Job eben auch Quantitativ viel mehr qualitativ hochwertige Inhalte möglich sind), aber das wird eben selten so konkret geäußert. :)
      Und auch vielen Dank für dein Lob bezüglich der Entwicklung. Tatsächlich schreiben wir heute deutlich persönlicher als früher. Ganz am Anfang haben wir uns ja nicht mal gezeigt. :D

  4. Gernot Beinl sagt:

    Hallo zusammen,

    spannende Ergänzung dazu: http://www.techvibes.com/blog/does-influence-marketing-really-work-2015-10-02

    „Businesses are making $6.50 for every $1.00 spent on influencer marketing campaigns.“

    • Jess Jess sagt:

      Danke für die wertvolle Ergänzung Gernot! Solch eine konkrete (Gewinn-)Zahlenangabe habe ich heute auch das erste Mal gelesen.

      Auch schön:
      „What is all this buzz about? Why is influencer marketing the hottest new marketing trend?
      The answer is short and simple: because it works.“

  5. Amina sagt:

    Liebe Jess,

    Herzlichen Dank für diesen ausführlichen Artikel. Ich fand es sehr spannend, die Thematik mal von so vielen Seiten zu betrachten.
    Ich stehe mit meinem Blog zwar noch sehr am Anfang, aber auch ich denke immer wieder über Kooperationen nach und stehe manchmal etwas verloren da, weil es so gar keine Richtlinien gibt, was man fordern kann, sollte, dürfte.
    Gerade in meinem Bereich – Nachhaltigkeit, Bio, Ernährung etc ist das ein bisschen schwierig .
    So ein kleiner Guide für Blogger wäre da mal toll. Auch damit das Ganze etwas mehr Konsistenz bekommt.

    So oder so. Gut geschrieben. Sehr informativ. Danke dafür (:

    Herzlich,
    Amina

  6. […] Da habe ich einen ziemlich guten Artikel gelesen, wie man das mit der Kooperation mit Blogs sehen muss. Da hat die Jess einfach mal die Brigitte hergenommen und deren Anzeigenpreise verhackstückt. Wenn man den jetzt hernimmt und in die Argumentation mit einbaut, dann muss ich einfach mal mit ein paar Zahlen wedeln. Ich fange mal an mit den 10 am häufigsten aufgerufenen Blogartikeln hier im Blog an: […]

  7. Du sprichst mir aus dem Herzen, ich hab es langsam satt immer Ausreden zu hören, ich nehme kein Geld fürs bloggen und frage lieb und nett nach Sponsoringartikel an, als Gegenleistung kostenloser Bericht, bzw Werbung..behalte nix davon sondern versteigere für guten Zweck..aber deren Antwort (meistens die grossen Firmen) : wir sind ja nur klein, fördern Nachaltigkeit, Organisationen ect…in meinem Kopf höre ich aber eher Sachen, solange wir draussen gut da stehen können und der Trendwelle werbungstechnisch gerecht werden,spenden wir und setzen das dann mit einer Spendnebescheinigung von der Steuer ab….sprich Werbung und Eigennutz..und ganz kleine Firmen, die eigentlich noch kein Budget übrig haben, machen das Unmögliche möglich..mittlerweile verzichte ich dankend auf grosse Firmen, desto mehr Geld die haben, umso mehr vergessen sie das Inviduum…schade

  8. hellschwarz sagt:

    Ich fand den Artikel sehr interessant und spiegelt meine eigene Meinung zu diesem Thema sehr wieder… Besonders der Punkt: Wieso darf ich bei meiner Arbeit keinen Spaß haben und warum darf ich mit dem, was mir Freude bereitet, kein Geld verdienen?

    Ich finde das ganze Thema rund um blogging business sehr spannend… Und du scheinst wirklich auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen zu können, das bemerkt man. (Trotzdem ein großes Daumen Hoch für deine ausführliche Literaturliste am Ende! Super!) Du hast mehrmals erwähnt, dass die Unternehmen Blogs zu teuer finden, obwohl dem nicht so ist… Könntest du möglicherweise einige Tipps an Anfänger weitergeben, wie man den Wert des Blogs richtig einschätzt und sich nicht von Unternehmen unterbuttern lässt? Ich habe kürzlich wieder das Bloggen begonnen und ich würde gerne, falls ich eine größere Leserschaft erreiche, ein wenig Erfahrungen mit blogging business machen… Nicht vorrangig aufgrund des Geldes, nein, ich finde das Thema einfach unheimlich spannend und möchte nicht nur theoretisches Wissen, sondern eigenes praktisches in der Hinsicht sammeln. Ich weiß, dass es ein längerer Weg dahin ist, aber Wissen von Anfang an kann ja nicht schaden ^^

    Dir weiterhin viel Erfolg und schöne Grüße
    hellschwarz // Tanja

    • Jess Jess sagt:

      Hey Tanja, erst mal vielen Dank! Und ja es ist ein längerer Weg, aber wie ich sehe, scheinst du ja gerade mit dem Studium begonnen zu haben? Also eigentlich optimal – während des Studiums kannst du den Blog aufbauen und hast im Bestfall ein finanzielles Standbein durch den Blog, wenn du fertig bist. :)
      Schau mal ein paar Kommentare weiter oben, da habe ich Amin bereits einen Artikel empfohlen, der gute Anhaltspunkte zur Preisgestaltung liefert. Tipps bzw. Argumente auf gewisse Einwände von Unternehmen, kann man ja bereits dem Artikel selbst entnehmen. Oder hab ich deine Frage jetzt falsch verstanden? :)

  9. Nancy sagt:

    Toller Beitrag. Kooperationen habe ich selten auf meinem Blog, kostenlose PR Samples dafür sehr oft.
    SEO ist ein wichtiges Thema für Blogger, ich kenne mich damit aber noch nicht gut genug aus.
    Die Quellen klingen gut, vielleicht lese ich mir das mal durch.
    Liebe Grüße
    Nancy ?

    • Jess Jess sagt:

      In Sachen SEO bin ich auch nicht so der Pro obwohl man da auch schon mit ein paar simplen Basics viel erreichen kann, wenn man konsequent ist. Aber Literatur gibt es wirklich zur Genüge. Die oben aufgeführten Bücher/Artikel untermauern allerdings in erster Linie die im Artikel angesprochenen Fakten. Doch bei Amazon findet man sehr viel Ratgeberliteratur speziell zur Suchmaschinenoptimierung. Das oben gelistete Buch von Weller/Firnkes enthält ebenfalls ein Kapitel zu SEO. :)

  10. MuhKuhAddict sagt:

    Wie passend… ich erwähnte in Deinem letzten Beitrag noch das Fernstudium für Journalismus, mit dem ich grade liebäugle. ;-) Deine Quellenangaben sind super interessant, gerne mehr davon.

    Erst kürzlich flatterte eine Anfrage für eine Shopvorstellung in mein Postfach, dessen Produkte rein gar nichts mit meinem Blog (und auch nicht mit meinen sonstigen Interessen) zu tun hatten.
    Dennoch war das Unternehmen davon überzeugt, dass grade Ihr Produkt sehr gut auf meinen Blog passen würde. Als Gegenwert wurde mir ein Warengutschein angeboten (ich erwähnte bereits mein nicht vorhandenes Interesse an den Produkten) Punkt Punkt Punkt. ;-)

    Ein Buch was ich momentan ganz gerne lese, mit dem Thema Schreiben als Schwerpunkt: „Deutsch für junge Profis.“ Kennst Du vermutlich schon. ;-)

    • Jess Jess sagt:

      Danke dir für den Buchtipp! Kenne ich noch nicht und hab es mal abgespeichert. Wenn die Masterarbeit durch ist und ich dann endlich wieder Zeit für Literatur habe, die ich gern lesen will (und nicht aufgrund der Arbeit sowieso muss), werd ich mir das mal genauer ansehen. Inhaltsverzeichnis klingt schon mal recht kurzweilig! :)

  11. Danke für diesen unglaublich tollen und fundierten Artikel!

    Ich kann das ewige „Wieee damit kann man Geld verdienen? Aber warum? Das ist doch nur ein Hobby“ auch nicht mehr hören. Das Gefühl, dass Arbeit keinen Spaß machen darf, wird einem leider oft vermittelt, dabei ist das doch gerade das große Ziel, einen Job zu finden, der einen glücklich macht.

    Ich hoffe, dass die Entwicklung bei den Firmen ähnlich schnell voranschreitet wie die Akzeptanz und Popularität von Blogs.

    • Jess Jess sagt:

      Sehe ich ganz genauso – für mich hat Zufriedenheit (und somit ja auch Spaß) im Job oberste Priorität! :)

  12. Minnja sagt:

    Danke für den tollen Artikel.
    Das Buch Blog Boosting nehme ich mir auf jeden Fall zu Herzen. Love Minnja – minnja.de

    • Jess Jess sagt:

      Das ist wirklich empfehlenswert. Da es im wissenschaftlichen Bereich zum Thema Bloggen wirklich nicht unendlich viel Literatur gibt, habe ich mich auch im populärwissenschaftlichen Bereich und bei der Ratgeberliteratur umgesehen. Und da gibt es – zumindest meiner Meinung nach – auch sehr viel unausgegorene Literatur. Blog Boosting ist aber wirklich top. :)

  13. Patty sagt:

    Dein Artikel ist wirklich super informativ und interessant geschrieben. Ich finde es wirklich toll welche Aspekte du ansprichst und aus beiden Sichten super gut argumentierst. Meiner Meinung nach sind die Kooperationsanfragen in den letzten Jahren immer mehr gestiegen und auch viele Unternehmen werden auch auf kleinere Blog aufmerksam, was ich persönlich ziemlich gut finde, denn wie düs schon sagst, kommt es eben nicht immer auf die Anzahl der Klicks an. Schade ist es, dass Unternehmen sich meistens überhaupt keine Mühe geben und die Blogger nicht mal persönlich ansprechen und sowas finde ich manchmal ziemlich schade. Bin wirklich begeistert von deinem Beitrag, einfach top !

    Liebe Grüße :)
    http://www.measlychocolate.de

    • Jess Jess sagt:

      Danke dir Patty! :) Ja da hast du völlig Recht – das Interesse an Blogs wird zunehmend größer. Das ist natürlich eine begrüßenswerte Entwicklung. Gleichwohl merkt man, dass viele Unternehmen Blogs eben nur als billigen Multiplikator nutzen möchten. Das wird einem dann beispielsweise aufgrund der unpersönlichen Ansprache bewusst. Wobei ich jetzt auch nicht alle über einen Kamm scheren mag. Manche Firmen haben schlicht und einfach keine Ahnung, wie sie Blogger ansprechen sollen bzw. einfach keinen Verantwortlichen für Blogger Relations. Und dann werden einfach erst mal ungefiltert massig Mails versendet.
      Auf der anderen Seite kenne ich auch viele Firmen und Start-ups, die quasi täglich mit Anfragen von Bloggern überflutet werden. Die Zeit dies alles zu bearbeiten und passende Blogs zu sondieren, muss man auch erst einmal haben bzw. sich nehmen. Und wenn ich als Unternehmen Anfragen von Blogs bekomme, auf denen Hundefutter neben Kosmetik vorgestellt wird, möchte ich in diesem Kontext mein Produkt vielleicht auch nicht unbedingt platziert sehen und auch entsprechend sondieren, da auch die Menge an Pressemustern irgendwann erschöpft ist. Dennoch antworten diese Unternehmen dann sehr freundlich auf sämtliche Anfragen. Diese Firmen muss ich an dieser Stelle auch einmal hervorheben. :)

  14. Schminktante sagt:

    Liebe Jess,
    danke für diesen tollen Beitrag. Ich blogge seit 2007 und müsste ein alter Hase sein, der alle Kniffe kennt. Allerdings schrieb ich lange einfach wirklich nur aus Spaß an der Freude. Über die Jahre wurde es spannender und interessanter, gleichzeitig auch arbeitsintensiver. Mittlerweile freue ich mich als Ü40-Bloggerin über eine treue Leserschaft und ärgere mich sehr oft darüber, wie Unternehmen manchmal mit uns Bloggern umgehen. Es ist ja so, dass jedes vorgestellte Produkt eine Werbung auf einem Blog bekommt, die keine geschaltete Anzeige jemals in diesem Umfang ausdrücken kann. Und das meist für viel, viel weniger Geld. Die den Unternehmen vorgeschalteten PR-Agenturen empfinde ich in vielen Fällen als noch unverschämter, als die Unternehmen selbst. Da wird man mit Statements konfrontiert, die oft wirklich unter die geschäftliche Gürtellinie gehen.
    Das Bewusstsein muss wachsen, dass wir Blogger als Geschäftspartner auf Augenhöhe wahrgenommen werden und dass es mit einer Flasche Parfüm oder einem Bloggerevent (darüber wird sie schon berichten) nicht einfach getan ist. Dieser Beitrag trägt einen wesentlichen Anteil dazu bei. Also Danke!!
    Alles Liebe
    Anja

    • Jess Jess sagt:

      Liebe Anja, auch dir ein liebes Dankeschön für dein Kompliment. :) Gerade als Ü40-Bloggerin (und in Kombination mit dem Thema Wedding) sprichst du ja eine sehr spezielle Zielgruppe an, denn ich wage mal zu behaupten, dass das Groß der Blogger selbst jünger ist und somit eine ganz andere Leserschaft hat. Manchmal – nicht immer – hilft es aber schon seine Vorzüge im Gespräch bzw. Mailaustausch entsprechend zu betonen.
      Und ja – ich empfinde es ebenfalls so, dass gerade SEO-Agenturen ohne Rücksicht auf Verluste und deutlich rabiater als die Unternehmen selbst kommunizieren.

  15. Carmen sagt:

    Liebe Jess,

    Vielen Dank für den Artikel! Hab mir auch selten alle Kommentare durchgelesen, hier aber schon :-) Ich fall auch ziemlich genau in die Zielgruppe rein: Bin noch nicht mal ein halbes Jahr am Bloggen, aber find großen Spaß daran – grad auch, weil ich vor mittlerweile mehr als 6 Jahren meinen Master in Kommunikationswissenschaften gemacht und seither als Journalistin und im Marketing tätig war. Das heißt, mich interessierts schon alleine rein beruflich, wie das so läuft und funktioniert, aber in meiner Ausbildung ist das, weils halt doch schon ein Weilchen her ist (bin aber auch kein altes Eisen mit knackigen 30! :-D), noch nicht so ausführlich vorgekommen. Ja und jetzt steck ich da voller Begeisterung schon tiefer drin, als ich es vorgehabt hab – weil die Möglichkeiten wirklich vielfältig sind. Aber langer Rede kurzer Sinn: Ich find auch, dass in diesen Kreisen – wie in den meisten anderen auch – der Deckmantel des Schweigens brav über (fast) allem ausgebreitet wird, das mit Bezahlung zu tun hat. Drum danke für den Beitrag, danke für die Literatur, danke such für den Linktipp, den du Amina schon gegeben hast. Und ich les fix wieder mit, wenn noch mehr zum Thema kommt!

    Liebe Grüße,
    Carmen
    http://www.goodblog.at

    • Jess Jess sagt:

      Liebe Carmen, auch in meinem Bachelorstudium Kommunikations- und Medienwissenschaft spielte das Thema Bloggen noch keine Rolle. Ich habe mich im Rahmen eines Praktikums 2010 das erste Mal mit dem Thema auseinandergesetzt und kurz darauf meinen ersten eigenen Blog gestartet. Im Masterstudium gab es dann immerhin ein Wahlmodul, in welchem man selbst einen Blog erstellen konnte. :)
      Vielen Dank auf jeden Fall für dein liebes Feedback. Ich werde das Thema Blogging-Business in Zukunft auf jeden Fall noch häufiger auf dem Blog aufgreifen.

  16. […] von den AlabasterMaedchen erklärte, weshalb sich Kooperationen mit Blogs für Unternehmen […]

  17. One Moment sagt:

    Schöner Beitrag. Und ganz toll ist, dass Du alles auch wissenschaftlich recherchiert hast und dies belegst. DANKE!

    Alles Liebe
    Ulla

  18. […] ein Verhalten ist mMn nicht nur unhöflich sondern auch unprofessionell. Auch beim Alabaster Mädchen gab es einen Beitrag in die Richtung: Warum es sich für Unternehmen lohnt mit Bloggern zu […]

  19. Sehr toller Beitrag, den ich ähnlich erst in einer meiner letzten Hausarbeiten aufgegriffen habe. Außerdem tolle Literaturhinweise, ich schreibe über das Thema auch gerade meine Masterarbeit. Folgendes Handbuch finde ich außerdem sehr sehr toll:

    http://www.amazon.de/Follow-Erfolgreiches-Marketing-Facebok-Computing/dp/3836229021

    Liebst,

    Madlén von http://www.madlenboheme.com

  20. […] MUSIC & CULTURE Warum sich die Kooperation mit Blogs für Unternehmen lohnt. […]

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