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An Weihnachten habe ich den Schnee immer besonders geliebt. Als Kind war der Winter sogar meine liebste Jahreszeit. Für mich gab es in den Weihnachtsferien nichts Besseres, als zusammen mit meinen Geschwistern und den Nachbarskindern im angrenzenden Tal Schlitten zu fahren. Die großen alten Holzschlitten stammten noch von meinem Großvater und waren dank Metallkufen irrsinnig schnell. Man konnte ohne Weiteres zu zweit oder zu dritt darauf sitzen. Wenn wir nach draußen durften, gab es für mich nichts Schöneres als den Schnee, die frische Luft und die Abfahrt ins Tal. Je früher die Dämmerung einsetze, desto mehr umgab mich im kalten Schnee ein Gefühl der Freiheit und des Abenteuers. Uns Kindern konnte der Schlitten nicht schnell genug fahren, weshalb mein Vater in jedem Winter die Kufen von Neuem schliff. Wir bauten sogar Schanzen aus Schnee und hielten Wettbewerbe ab. Die eigentliche Weihnachtsstimmung selbst setze oft erst einen oder zwei Tage vor Heiligabend ein, wenn meine Mutter den Baum zu dekorieren begann. Niemandem gelingt es, so viele bunte Kugeln auf einen Tannenzweig zu hängen! Aus diesem Grund durften wir uns dem Baum meist auch nur auf einen halben Meter nähern.

Am 24. Dezember gab es meist ein klassisches Weihnachtsessen und ein Dessert. Pute oder Ente mit Rotkraut, Schweinebraten und manchmal auch Gulasch. Ich mochte Fleisch nie besonders und habe schon als Kind viel lieber den Kartoffelbrei oder die Bandnudeln mit Bratensoße und Rosenkohl gegessen. Außerdem war ich schon immer eine Süße und habe mich mehr auf die Plätzchen gefreut. Es gab meist sechs oder sieben verschiedene Sorten. Alle waren sehr lecker, denn meine Mutter versteht sich sehr gut aufs Kochen und Backen. Am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag wurde mit den Verwandten gefeiert. Der Tisch wurde ausgezogen und etwa 25 Leute drängten sich wie Sardinen in der Dose eng an eng. Gegessen wurde immer ordentlich. Ich glaube, Essen ist sogar meine vorrangige Erinnerung. Sowohl meine Mutter, als auch mein Vater hielten nach Weihnachten stets Diät. Einmal hat mein Vater glaube ich sogar 5kg über die Festtage zugelegt, was ihn selbst etwas schockierte. Wir haben nie gesungen, auch wenn sich meine Mutter dies stets gewünscht hat. Die Kirche habe ich in all den Jahren nur einmal besucht. Dafür liefen DEFA Märchen im Fernsehen, die Großeltern kamen zu Kaffee und Plätzchen zu Besuch und wir lieferten uns Schneeballschlachten mit den Nachbarskindern. Oder wir gingen Schlitten fahren. Das habe ich am allerliebsten gemocht.

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Diskussion

Ein Kommentar zu “Weihnachtserinnerungen”
  1. Petra Bauer sagt:

    Damals, als es noch öfters an Weihnachten Schnee hatte und wir als Kinder dann die Schlitten rausgeholt haben und im Dorf hoch an einem etwas steileren Hügel mit dem Schlitten rauf und runter sind, manchmal konnten wir das auch auf der Strasse machen, herrliche Zeiten damals – schmelz – schnief – heul….. etc…. :O

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