Young female doing yoga exercise headstand in studio. Individual Sport activity, relaxation

Vor Kurzem habe ich meinen ersten Yoga Workshop besucht. Zweieinhalb Stunden lang ging es um nichts anderes, als die Kunst auf dem Kopf, den Händen, den Schultern oder den Unterarmen zu balancieren. Umkehrhaltungen sind die Königsdisziplinen des Yoga. Jeder Yogi übt sie irgendwann in seiner Praxis. Der eine steht nach wenigen Versuchen recht sicher auf den Händen oder dem Kopf, der andere freut sich über jeden kleinen Schritt auf dem Weg dahin. Aber warum? Was macht den Reiz aus auf dem Kopf stehen zu können?

Neben den zahlreichen gesundheitlichen Aspekten, zählt für mich vor allem eins dazu: weil ich es aktuell noch nicht kann! Es schüchtert mich regelrecht ein und macht mir ein bisschen Angst. Ich habe Respekt davor, mein komplettes Körpergewicht auf meinen Händen zu balancieren. Werde ich fallen? Werde ich mir wehtun? Yoga hat mir unter anderem beigebracht ein bisschen mehr Vertrauen in mich zu haben und einfach mal etwas auszuprobieren. Auch, wenn ich vielleicht an meine Grenzen stoßen werde.

Upside down – Workshop Erfahrungen

Angefangen haben wir beim Schulterstand – die berühmte „Kerze“, die wir wahrscheinlich alle aus dem Sportunterricht kennen. Obwohl mir diese Haltung am wenigsten Respekt einflößt und ich sie erschreckend gut hinbekomme, darf man nicht zu unbedacht an sie herangehen. In kaum einer anderen Umkehrhaltung liegt mehr Gewicht auf dem Nacken, weil der Kopf am Boden aufliegt und nicht schwebt.

Im Anschluss sind wir zum Kopfstand mit Unterstützung der Unterarme übergegangen. Das ist die Asana, an der ich gleich im Anschluss an den Workshop am liebsten weitergearbeitet habe, denn hier hatte ich ein super Erfolgserlebnis. Wie oft üblich, haben wir gelernt, die Wand zur Hilfe zu nehmen, um die Angst vor dem Fallen zu minimieren. Bisher habe ich es allein nicht in die umgedrehte Haltung geschafft. Kaum lag die Wand schützend hinter mir, kam ich hoch und blieb dort erst einmal. Ein mega Gefühl! Auch daheim übe ich „gegen die Wand“. Aber um sicherzustellen, dass ich es irgendwann ohne Wand schaffe, übe ich es genauso oft frei im Raum.

Unterarmstand und Handstand haben mir mehr abverlangt, als ich derzeit habe. Hier kam ich nicht sonderlich weit in der Kürze der Zeit des Workshops. Aber ich weiß nun, woran ich genau arbeiten muss und es ist witzigerweise nicht das, was ich vermutete. Ich bin stets davon ausgegangen, dass meine Muskulatur im Oberkörper nicht kräftig genug sei, mich zu halten. Dabei fehlt es mir an Stabilität und Flexibilität im Core! Meine Bauchmuskulatur ist nicht stark genug, ich kann mich nicht ausreichend stabilisieren und darum kippe ich oder falle einfach um. Den Punkt des Gleichgewichtes bekomme ich kaum mit, da ich mich so darauf versteife nicht zu fallen.

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Fazit Upside down Workshop

Obwohl der Workshop „Umkehrhaltungen für Anfänger“ hieß, habe ich es nicht geschafft ohne Unterstützung andersherum im Raum zu stehen. Aber er hat mir gezeigt wie ich dahinkomme und wie ich auch allein recht sicher üben kann. Denn anders als Asanas wie der „herabschauende Hund“ oder „die Korba“ gibt es bei Handstand & Co durchaus ein Verletzungsrisiko.

Doch auch hier gilt, dass es für Yoga kein Ziel gibt, sondern es immer ein Weg ist. Meine Praxis wurde wunderbar erweitert! Jedes Mal, wenn ich falle oder kippe ist das weniger schlimm. Zuletzt habe ich gelesen, dass eine recht berühmte Yogalehrerin schrieb, sie habe es sich jahrelang so sehr gewünscht einen perfekten Handstand zu können, dass sie jeden Fall hasste. Erst als sie anfing den Fall und das Stürzen als einen Schritt auf dem Weg zu betrachten (und nicht etwa als Niederlage), konnte sie ruhig genug an die Asana herangehen und recht schnell gelang ihr der Handstand, für dessen unzählige Variationen sie nun so bekannt ist.

Ich finde, das ist eine wunderbare Art, an neue Herausforderungen heranzugehen!

Namsté, liebe Mit-Yogis!

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Diskussion

Ein Kommentar zu “Upside down – Umkehrhaltungen für Anfänger”
  1. Vielen Dank für den interessanten Blogartikel!
    Ich selbst liebe Yoga, habe aber vor Kopf- und Handstand noch gehörigen Respekt.

    Liebe Grüße
    Kristin

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