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You don’t get what you don’t ask for. Dieser Satz ist für mich in den vergangenen zwei Jahren wie ein kleines Motto oder Mantra geworden. Man kann ihn auf alle Lebensbereiche beziehen. Natürlich den Job, aber auch sämtliche zwischenmenschliche Beziehungen. Eine Gehaltserhöhung? Ein Date mit dem heißen Typ? Mehr Aufmerksamkeit vom Partner? Die Chance gewisse Wünsche und Bedürfnisse erfüllt zu bekommen, ist dann am höchsten, wenn das Gegenüber auch davon weiß.

Warum scheuen wir uns dennoch so oft nach bestimmten Dingen zu fragen? Manchmal sind wir einfach zu harmoniebedürftig, um gewisse Sachverhalte anzusprechen. Oder wir haben die Hoffnung, dass die andere Seite doch noch von ganz allein darauf kommt. Und natürlich besteht immer auch die Gefahr nicht die gewünschte Reaktion zu erhalten bzw. als Antwort ein Nein zu kassieren. Klar kann das passieren. Doch ebenso kann es sich auch lohnen die eigene Comfort Zone zu verlassen. Glaubt mir, ich bin in den vergangenen Jahren häufig über meinen Schatten gesprungen – sowohl beruflich als auch privat. In den meisten Fällen habe ich bekommen wonach ich fragte. Und wenn nicht, dann wurde dadurch zumindest ein Austausch angeregt oder ein Impuls gesetzt.

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Wenn du nicht fragst, ist die Antwort immer nein.

Ich möchte es mal am Beispiel Blogmonetarisierung etwas konkreter ausführen. Im Herbst vergangenen Jahres haben Franziska von Veggie Love und ich auf dem 1. Green Blogger Meetup gesprochen. Unser Vortrag drehte sich rund um das Thema professionelles Bloggen, Monetarisierung und die Zusammenarbeit mit Unternehmen. Daher spielte auch das Thema Budget im Vortrag eine Rolle. Unsere pragmatischer Rat an alle, die gerade dabei sind ihren Blog zu monetarisieren: Fragt nach Budget. Don’t fucking work for free.

Wer mit seinem Blog Geld verdienen möchte, muss dies auch deutlich kommunizieren. Denn nur wenige Unternehmen kommen auf Blogger bereits mit einem finanziellen Angebot zu. Dafür kann es unterschiedlichste Gründe geben. Vielleicht arbeitet das Unternehmen das erste Mal mit Bloggern und weiß es nicht besser. Vielleicht steht tatsächlich kein Budget zur Verfügung. Doch eventuell ist es auch so, dass es Budget gibt, aber das Unternehmen erst einmal abchecken möchte, ob die gewünschte Platzierung nicht auch kostenfrei zu haben ist. Welcher Grund auch immer zutrifft, wenn man nicht deutlich macht, dass man Geld für seine Leistung erwartet, wird man nichts verdienen. Punkt.

Das Wort Leistung sollte man sich in diesem Kontext fett unterstreichen. Denn selbst wenn man das Bloggen bisher nur hobbymäßig betrieben hat, bedeutet ein Artikel zu einem Produkt oder einer Marke immer Arbeit. Von unserem Bäcker würden wir ja auch nicht erwarten, dass wir die Brötchen kostenlos bekommen. Warum dann nicht auch die eigene Arbeit mit einem Preisschild versehen? Wer nicht kommuniziert was er möchte, wird es auch nicht bekommen. Wenn beim Bäcker die Brötchen nicht hinter Glas liegen und mit einem Betrag gekennzeichnet wären, würden wir sie uns vermutlich auch einfach nehmen. Daher kann man auch nicht immer den Unternehmen die Schuld geben, wenn man in seinen Blog viel Arbeit steckt, aber am Ende des Monats nur ein besseres Taschengeld verdient.

Sorry Not sorry.

Dabei spielt natürlich auch die richtige Kommunikation eine Rolle. Häufig entschuldigt man sich bereits vor seiner Frage dafür, dass man diese überhaupt stellt. Doch dafür gibt es zu allermeist gar keinen Grund.

Sorry, dass ich frage, aber gibt es vielleicht auch Budget für diese Kooperation? 

Eine Entschuldigung vermittelt dem Gegenüber, dass es etwas gibt wofür man sich entschuldigen müsste. Dementsprechend fällt ein Nein als Antwort leichter. Aber mal ehrlich, für was entschuldigt man sich da überhaupt? Dafür, dass man für seine Leistung bezahlt werden möchte? Der Bäcker sagt ja auch nicht. Sorry, aber du musst das Brötchen bezahlen. Besser:

Steht Budget zur Verfügung? Falls ja, sende ich gern ein Angebot.

Die Aussage bleibt die gleiche, doch ohne die einleitenden Entschuldigung, verleiht es ihr gleich eine ganz andere Wertigkeit. Auch hier ist das Thema Bloggen und Budget nur ein Beispiel. Achtet mal in eurer alltäglichen Kommunikation darauf, wie häufig ihr euch entschuldigt, wenn ihr nach etwas fragt. Ist das wirklich immer nötig? Und vergesst nicht: You don’t get what you don’t aks for. 

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Diskussion

6 Kommentare zu “You don’t get what you don’t ask for.”
  1. Danke, liebste Jess, für diesen tollen Artikel! Ich erwische mich selber immer noch ab und zu, wie ich mich davor scheue einfach nach bestimmten Dingen zu fragen. Speziell im direkten Gespräch. Schriftlich fällt mir so manches deutlich leichter. Es ist aber insgesamt schon sehr viel besser geworden – heißt: Man kann es lernen! :)

    Liebe Grüße,
    Jenni

    • Jess Jess sagt:

      Sehr gerne und ja, definitiv. Bei mir war es ebenso, wobei es irgendwann auch im Gespräch leichter wird. :)

  2. Patrick sagt:

    Ich will eine Gehaltserhöhung! :P

  3. MuhKuhAddict sagt:

    Sehr kuhler Artikel, weil sehr passend.
    Im Grunde ärgert man sich auch noch über sich selbst, wenn man seine eigenen Bedürfnisse nicht artikuliert und aus einer Erwartungshaltung heraus hofft, dass der andere selbst drauf kommt, was man möchte.
    Ich erwische mich auch immer wieder dabei und möchte genau daran arbeiten… beruflich wie auch im Privaten.

    • Jess Jess sagt:

      Da hast du Recht. Man ärgert sich nicht nur über das Gegenüber, sondern auch über sich selbst und vernachlässigt in diesem Moment die eigenen Bedürfnisse. Schon allein das ist Grund genug etwas an seinem Verhalten zu ändern.

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