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Neulich unterhielt ich mich mit einer Freundin über „Sex and the City“ und die Freiheiten der modernen Frau, als das Gespräch auf meinen letzten Urlaub kam – „Du bist ja auch so krass und verreist alleine. Ich traue mich noch nicht mal ohne Begleitung einen Kaffee trinken zu gehen.“

Ich habe Talente, auf die ich stolz bin; die ich sogar als krass bezeichnen würde. Alleine reisen gehört definitiv nicht dazu – da es völlig unabhängig von einer Begabung ist, kann es jeder Mensch! (Beim Gedanken an einen Gruppenurlaub mit fünf Personen wird mir ein bisschen flau im Magen.) Eine Reise alleine ist ein Kinderspiel: Nur du mit dir, das bedeutet die perfekte Verwirklichung deiner Bedürfnisse. Du isst, schläfst, entdeckst, feierst oder entspannst ohne Rücksicht auf deine Begleitung. In meinen Augen ist das die ultimative Freiheit und eine Erfahrung, die es sich lohnt auszuprobieren … In Anlehnung an Woody Allens Zitat sage ich: „Alleine reisen ist Ferien machen mit einer Person, die dich wirklich liebt.“

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Tipp #1

Kleine Schritte

Wenn du noch nie alleine verreist bist, würde ich nicht empfehlen gleich die dreiwöchige Tour durch Mexiko zu buchen. Eine Städtereise für ein (verlängertes) Wochenende ist gut geeignet als einfacher Einstieg ins Solo-Travelling. Eine größere Stadt bietet Impulse und Inspiration. Es ist leicht mit Menschen ins Gespräch zu kommen oder einfach in der Masse unterzugehen – je nachdem wonach einem gerade ist.

Eine meiner ersten Reisen ohne Begleitung führte mich nach Amsterdam. Ich kann dieses Reiseziel jedem wärmstens ans Herz legen. Die Holländer sind unfassbar freundlich und entspannt, und es gab so viel zu entdecken, dass ich drei leichte und angenehme Tage verbrachte.

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Tipp#2

Große Pläne

Wenn du dich dazu entschließt etwas länger zu verreisen, kann es dir am Anfang helfen ein Programm parat zu haben. Heutzutage gibt es für jeden noch so speziellen Reisewunsch einen Anbieter. Base Jumping auf Zakynthos? Ein Urlaub im Giraffenhotel in Kenia? Whitewater Rafting in Nepal? Das sind noch die konservativeren Beispiele, die mir bei meiner Recherche über den Weg gelaufen sind.

Wer es etwas ruhiger angehen möchte, kann natürlich auch mit einer Yogareise oder einem Skiurlaub anfangen. Der typische Beach Bum Urlaub mit fünfdreißig Romanen und unbedeutend weniger Piña Coladas am Strand mag zwar ein paar Tage verlockend sein – aber ein bisschen Programm verleiht dem Tag Struktur und die Bewegung sorgt für Endorphine, falls dir doch die Decke auf den Kopf fallen sollte.

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Tipp #3

Die Intuition im Gepäck

Die erste Frage, die dir die meisten Menschen stellen, wenn du dich als Solo-Traveller outest, lautet: Ist das denn sicher? Was soll man darauf antworten? Ja, es ist so sicher wie Auto fahren. Wenn du dich klug anstellst, auf deine Intuition achtest und deine Ängste nicht mit unnötigen Sorgen heraufbeschwörst, dann ist alles im Lack.

Deine Intuition ist übrigens generell ein guter Begleiter während du alleine unterwegs bist. Du kannst ganze Städte ohne Google Maps erkunden, indem du deine innere Stimme entscheiden lässt wohin es als nächstes gehen soll. Selbst wenn du dabei im langweiligsten Vorort endest, kannst du darüber lachen und musst dich nicht rechtfertigen. (Schließlich ist niemand dabei, der dir am Ende in den Ohren liegt, dass ihr jetzt einen Vormittag vergeudet habt …)

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Tipp #4

Hier gibt’s nichts zu sehen

Wenn alle Fragen im Punkto Sicherheit geklärt sind, dann kommt meist die zweite große Besorgnis zur Sprache: Was denken denn nur die Leute?! Bist du bereit für die Erkenntnis des Tages: Die meisten Menschen interessieren sich nur für ihr eigenes Leben. Was im ersten Moment hart klingen mag, ist zugleich ungemein beruhigend.

Wenn du dich nicht selbst als kurioser Eigenbrötler auf Wanderschaft siehst, dann wird es niemand tun.

Manche Menschen denken schon bei einem Kaffeebesuch, bei dem ein Latte Macchiato der einzige Begleiter ist, dass die anderen Gäste sie anstarren würden. Wenn du die Gedanken der anderen Gäste lesen könntest, würdest du wahrscheinlich nur erkennen, dass es sie beschäftigt, ob sie noch Einkaufen müssen, ob ihr Date merkt, dass sie gerade an Sex denken, ob sie genug für die kommende Prüfung gelernt haben oder, ob der Termin beim Zahnarzt diesen oder nächsten Dienstag ist.

Sei freundlich. Lächele. Fühl dich gut und mach dir nicht zu viele Gedanken. Schließlich bist du im Urlaub.

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Tipp #5

Bleib flexibel

Du hast Urlaub. Du bist jung und frei und schön. Tue dir einen Gefallen und ruiniere dir diese grandiose Erfahrung nicht mit einer ordentlichen Portion hausgemachtem Stress. Du kannst deine Reise minutiös planen, aber wenn du ankommst und merkst, dass sich diese Pläne nicht gut anfühlen, dann mach dich locker und probiere etwas anderes aus.

Dasselbe gilt übrigens für das Alleinreisen im Allgemeinen. Die Unabhängigkeit, die mit dieser Form des Urlaubs einhergeht, kann süchtig machen! Dennoch sollte der Geist offenbleiben für die Erfahrungen, die man in Gesellschaft machen kann. Alleine reisen ist nur eine Variante von vielen. Oder wie mir neulich ein Bekannter erklärte – Alleinreisen ist großartig. Aber es gibt nichts Großartigeres, als mit einer anderen Person zu verreisen, die du liebst.


Vielleicht bist du ja jetzt auf den Geschmack gekommen. Vielleicht hältst du das Ganze für den größten Humbug der Welt. Dann sind diese drei Link zu hübschen Dingen im Internet, eventuell eher nach deinem Geschmack.

4 Dinge, die ich sofort in meinen Koffer packen würde:

  1. Diese wunderschönen Pyjamas – damit sich jedes Hotelbett wie zu Hause anfühlt.
  2. Ein iPod mit diesem Lied – damit du einen Single-Independent-Woman-Moment haben kannst.
  3. Dieses Kleid – damit du morgens nicht lange nachdenken musst, was du anziehen sollst (und mehr Platz im Koffer für Mitbringsel hast ).
  4. Ein flexibles Notizbuch von Moduletto für Geistesblitze und Reisenotizen.
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Diskussion

3 Kommentare zu “5 Tipps für Solo-Travellers”
  1. Marie sagt:

    Hallo Silvie,
    geht mir genauso…ich sehe es nicht als besonders oder schlimm an, alleine zu verreisen…gerade wenn es um Wochenendtrips geht. Ich habe schon viele Städte alleine besucht, da ich dann einfach machen kann, worauf ich Lust habe und keine Kompromisse eingehen muss. Nur auf die ganz großen Reisen nehme ich immer eine Begleitung mit, aber das ist dann oft auch stressig, weil man die verschiedenen Interessen unter einen Hut bekommen muss. Aber es hat natürlich auch Vorteile, zum Beispiel, dass man Dinge sieht, die man sonst wahrscheinlich nicht gesehen hätte und dass man immer seinen persönlichen Fotografen dabei hat ;).
    Liebe Grüße
    Marie

    • Silvie sagt:

      Hallo Marie,

      ich freue mich, dass es dir genauso geht. Und das Argument mit dem persönlichen Fotografen werde ich mir auf jeden Fall noch mal durch den Kopf gehen lassen. ;-)

      Liebe Grüße
      Silvie

  2. Ich mache sehr viel alleine. Kaffee trinken… kein Problem. Kino, Essen gehen usw. alles easy. Aber vor einem Urlaub so ganz alleine habe ich bis jetzt auch zurück geschreckt. Meine Freundin ist gerade Mami geworden, meine Eltern sind ein bichen alt, also wenn ich in den nächsten mal raus will, wird mir nichts anderes übrig bleiben. Es ist ja auch doof, mit jemanden den man gar nicht mag, zu verreisen. Deine Tipps finde ich super. Vor allem erstmal mit einem verlängerten Wochenende anzufangen finde ich klasse. Eine Arbeitskollegin von mir war auch alleine in Amsterdam unterwegs und war sehr begeistert.

    Ganz liebe Grüße

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