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Lasst es mich gleich vorweg nehmen: es lief anders als ich dachte!

Diesmal habe ich es ganz anders gemacht als sonst. Bevor ich mit etwas wirklich beginne, bin ich eigentlich schon umfassend informiert. Ich habe bereits zwei Wochen gegoogelt, unendlich viele Blogbeiträge gelesen und drei Bücher durchgearbeitet. Das kann super sein oder unglaublich blöd. Denn so verschieße ich ganz oft schon reichlich Motivation, während der Lektüre und Recherche, die ich beim „Machen“ gebraucht hätte. Und dann höre ich schnell wieder auf oder – noch schlimmer – fange, bestens informiert, gar nicht erst an. Diesmal bin ich es anders angegangen und hab es einfach mal probiert.

Aller Anfang ist schwer

Ohne große Vorbereitung habe ich einfach irgendwann mit Meditation begonnen. Entweder zu Beginn oder nach meiner Yoga Home Practice, nahm ich mir die Zeit ein paar Minuten einfach in Ruhe dazusitzen. Da Ruhezeiten in Yogastunden stets einen festen Platz haben, machte ich es ein wenig wie im Studio. Aufrecht, aber bequem sitzen; nicht zu wenig Kleidung (wichtig nach dem Flow), aber auch nicht zu viel. Ich persönlich mag ruhige Musik (Naturklänge am liebsten), aber auch komplette Stille finde ich super. Und so habe ich dagesessen und versucht nicht bewusst zu denken. Schon mal versucht, nicht an einen supersüßen Babyotter zu denken? Ha! Genau. Die ersten drei, vier Mal lief es etwas so:

„Okay, das ist bequem. Hände auf den Knien ist eigentlich ganz okay, auch wenn das total blöd aussieht. Hmmmm, ja ich atme jetzt mal auf vier. Eins, zwei, drei, vier – einatmen, halten halten, haaaaalten, ausatmen. Das lief gut. Hey, sollte ich das alles jetzt denken? Man soll doch nicht denken, oder? Aber KANN man überhaupt gar nicht denken? Hm, irgendwie schläft mir was ein, ich setz mich mal eben anders. Ein Kissen wäre schön. Es sind bestimmt schon 5 Minuten um. Wohl eher so 30 Sekunden. Wann merkt man, dass man schon ruhig ist? Merkt man das? Ah hm, nicht so bewusst denken. Meer. Ich denke jetzt mal ans Meer.“

Und so weiter und so fort. Ich kann mich an keinen Moment erinnern, an dem ich wirklich nichts dachte. Da ich aber gar keine genaue Vorstellung hatte, welche Meditationsarten es gibt, habe ich einfach weitergemacht. Den Rahmen beließ ich stets gleich, aber hier und da habe ich etwas anderes probiert.

Szenarien und Visualisierungen

Nachdem ich mir eingestehen musste, dass bewusstes Nichtdenken nichts wird, habe ich versucht mich auf Szenarien und Visualisierungen zu konzentrieren. Da ich das Meer und Strände ganz besonders liebe, war mein Szenario meist: ich laufe am Strand entlang. Das Wasser ist frisch aber nicht kalt. Ich spüre den Sand an meinen Füßen. Das Wasser kommt mir mit jeder Welle näher und manchmal berührt es auch meine Füße. Ich laufe mal durch trockenen, mal durch den feuchten Sand, der näher am Wasser ist. Es geht eine leichte Brise, wie das so ist am Meer. Das bewusste Visualisieren hat sich für mich als super Hilfe herausgestellt, um zur Ruhe zu kommen und dem wilden Geist etwas die Fahrt zu nehmen.

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Was Meditation mir bringt?

Es gibt diese Momente, da fühlt man sich gestresst und irgendwie hektisch, obwohl man in Ruhe um den Block joggt oder einfach eine Zeitschrift liest. Man checkt das Handy, liest in der Zeitung, hört nach der Waschmaschine, linst nach der Uhr, überlegt sich noch die Nägel zu machen und und und. Es kommt auch in vermeintlichen Ruhephasen keine Ruhe auf.

Diese Phasen sind bei mir sehr viel seltener geworden, aber sie sind noch da. Besonders dann merke ich, wie gut es mir tut, mit mir zu sein. Allein. Und die Gedanken mal loszulassen. Denn auch wenn ich ganz oft „den Strand entlanglaufe“, so springen meine Gedanken häufig schneller zurück, als ich mir vorstellen kann wie das Meer aussieht. Am Ende überwiegt dann doch die Stille und das Gefühl von Ruhe. Ich möchte gern dahin kommen, mir bewusste Ruhepole schaffen zu können. Wann auch immer ich sie benötige. Bisher bin ich aber ganz froh und glücklich damit, dass ich es überhaupt  regelmäßig schaffe, mir die Zeit für einige Minuten Meditation zu nehmen.

Und wisst ihr was? Ich habe immer noch nichts Genaues zu Meditation nachgelesen. Vielleicht mache ich das aber demnächst mal ;-)

Alles Liebe
Daniela

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Diskussion

2 Kommentare zu “Meine ersten Erfahrungen mit Meditation”
  1. Anne sagt:

    Hallo Daniela,

    Mein Meditationslehrer sagt Nicht-Meditation ist die beste Meditation. Gedanken dürfen kommen und gehen so wie Wolken über den Himmel ziehen und das kannst du dir anschauen. Man sollte nur nicht den Geschichten in den Gedanken folgen(was du beschrieben hast) und sich davon tragen lassen.

    Viele Grüße
    Anne

  2. Jana sagt:

    Hallo Daniela,

    ich habe deinen Bericht total gerne gelesen. Du hast mir sehr aus der Seele geschrieben. Genau so habe ich vor ein paar Jahren auch mit dem Meditieren angefangen. Ich bin auch ein großer Fan von ausgiebiger Recherche und Vorbereitung und habe es beim Meditieren mal ganz anders gemacht. Jetzt, ein paar Jahre später, glaube ich, dass das für den Start in die Meditation genau das Richtige ist und dass es weniger um die ultimative Technik geht, sondern darum, dass man sich tatsächlich regelmäßig die Ruhe nimmt sich mit seinen Gedanken hinzusetzen (oder hinzulegen oder zu gehen oder was auch immer…).

    Ich finde es immer super spannend zu hören/lesen wie andere das Meditieren erleben und würde mich über einen Update-Post freuen, um zu erfahren wie es mit der Meditation für dich läuft.

    Viele liebe Grüße

    Jana

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